Baden

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Baden, als eigenständiges Sammelgebiet, zählt zu den Altdeutschen Staaten. Briefmarken mit der Landesaufschrift Baden, gab es auch noch als Ausgaben der Französischen Zone. Diese wurden für den zur Französischen Zone gehörenden Teil Südbadens, zwischen 1947 und 1949, herausgegeben und waren bis zum 31. 3. 1950 gültig. Im weiteren werden die Ausgaben von Baden bis 31. 12. 1871 behandelt.

Der Deutsche Staat Baden verausgabte zwischen 1851 und 1871 eigene Briefmarken.

Inhaltsverzeichnis

Vor der Einführung der ersten Briefmarken

Das Fürstengeschlecht Thurn und Taxis hatte in Baden großen Einfluss auf die postalische Entwicklung. Von 1718 bis 1811 bauten sie ein eigenes Postwesen auf und übernahmen die Postorganisation. Erst 1811 ging die Postverwaltung von Baden durch den Zessionsvertrag von Thurn und Taxis in die eigenen Hände über. Das Postwesen wurde immer mehr ausgebaut. Zum 1. Mai 1851 trat Baden dem Deutsch-Österreichischen Postverein bei. Am selben Tag wurden die ersten Briefmarken Badens verausgabt.

Eigene Briefmarkenausgaben

Die ersten Briefmarken

Am 1. Mai 1851 wurden im Großherzogtum Baden die ersten vier Freimarken zu 1, 3, 6 und 9 Kreuzer ausgegeben. Mit diesen Werten konnte man damals die wichtigen Posttarife hinsichtlich Entfernung und Gewicht abdecken. Die ersten vier Briefmarken Badens wurden nach dem Vorbild Bayerns gestaltet. Es handelt sich um Ziffernzeichnungen, die deutlich den jeweiligen Postwert hervorhebt. Dazu tragen diese Briefmarken die Schriftzüge „Baden“ und „Freimarke“ sowie „Deutsch-Österreichischer-Postverein / Vertrag 6. April 1850“ um den Beitritt in den Postverein zu betonen.

9 Kreuzer blaugrün

In der ersten Ausgabe Badens gab es gleich eine Abart von philatelistischem Weltformat. Am 16. März 1985 wurde im Wiesbadener Auktionshaus Heinrich Köhler ein Brief mit der 9 Kreuzer, auf blaugrünem Papier für 2,3 Millionen Mark verkauft. Bis heute sind nur drei gestempelte Exemplare bekannt.

Man druckte vermutlich aus Versehen die 9-Kreuzer-Platte anstatt auf das dafür vorgesehene rosalila Papier auf das grüne Papier der 6-Kreuzer-Marke. In dieser Portostufe wurden die gefundenen Fehldrucke dann auch unerkannt verwendet. Die Fehldrucke wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt. Beide Briefe stammen aus der Korrespondenz des Freiherrn von Türckheim aus Altdorf, welches zwischen Ettenheim und Orschweier liegt. In beiden Orten gab es Poststationen, die die Türckheims wahlweise in Anspruch nahmen. So trägt einer der Briefe den Stempel "Ettenheim 25.8.51" und der andere ist in Orschweier am 20.7.51 gestempelt. Vermutlich stammen die beiden Türckheim-Stücke demselben Druckbogen. Das dritte Exemplar zeigt den Stempel Nr. 2 von Achern und könnte daher auch aus einem anderen Bogen stammen.

Weitere Briefmarkenausgaben

Baden verausgabte bis 1871 insgesamt 28 verschiedene Briefmarken. Nach den Ziffernzeichungen der ersten Ausgabe steht vor allem das Wappen Badens in den folgenden Ausgaben im Vordergrund. Nachdem die ersten Briefmarken noch ungezähnte waren, erschienen 1860 die ersten gezähnten Briefmarken. Die Ausführung der Zähnung war jedoch noch mangelhaft. Zunächst wurden die Marken eng gezähnt (K 13½), ab 1872 weit gezähnt (K10). Die letzte eng gezähnt Marke (Michel-Nummer 16) erschien am 26. März 1862, die 3 Kreuzer rosakarmin, die bereits am 13. Juni 1862 durch die gleiche Marke, weit gezähnt, abgelöst wurde.

Landpost

Die Landpost-Portomarken bilden ein Sondergebiet der Badener Postgeschichte. Die drei Werte zu 1, 3 und 12 Kreuzer wurden am 1. Oktober 1862 verausgabt. Diese Briefmarken wurden, während der Verwendungszeit der Marken, nicht an Postkunden abgegeben und konnten nicht als Freimarken verwendet werden.

Mit diesen Landpost-Portomarken wurde Portobeträge für unfrankierte, nur durch die Landpost beförderten Postsendungen, sowie die Landpost-Bestellgebühr, die nicht vom Absender entrichtet war, sowie in bestimmten Fällen andere Gebühren erhoben. Sie sollten rückseitig verklebt werden, kommen häufig auch vorderseitig vor.

Fälschungen

Wenn man die 1 Kreuzer-Marke von 1853 für längere Zeit in Tee eintaucht, erhält das Papier die getönte Farbe der 1 Kreuzer-Marke von 1851, was seinen Preis verzehnfacht, allerdings ist der Farbton ein wenig wässerig. In warmes Wasser getaucht löst sich die Verfärbung der verfälschten Marke, das Wasser wird dunkler. Gefährdet ist auch die 3 Kreuzer-Marke. Die Marke von 1862, gezähnt 13½, mit ungewöhnlich engem Rand oder besonders schöner Zähnung könnte aus der Marke mit der Zähnung 10 umgestrickt worden sein um den Wert drastisch zu steigern. Beide Marken müssen gleichgroß sein. Recht primitiv sind Fälschungen der 18 Kreuzer-Marke. Hier sind die Buchstaben unterschiedlich und durch vergleich mit anderen Marken der Serie feststellbar. Alle Badenmarken, die ungebraucht billiger sind als gestempelt, kommen häufig mit falschem Stempel vor. Davon sind besonders die 30 Kreuzer-Marke und die Landpostmarken betroffen. Von fast allen Marken gibt es Ganzfälschungen. Häufig kommen die Landpost-Portomarken mit einem deltaförmigen Blatt vor (die zur Wertziffer hinzeigenden Blätter). Diese Ganzfälschung hat auch dickeres Papier und ein zu großes Format.

Eintritt ins Deutsche Reich

Mit dem 31. Dezember 1871 ging das gesamte Postwesen Badens in die Hände der Deutschen Reichspost über. Ab diesem Zeitpunkt teilt die Postgeschichte Badens die Postgeschichte des Deutschen Reiches. Die Briefmarken Badens konnten nur bis zu diesem Tag verwendet werden, ein Umtausch in postgültige Briefmarken des Deutschen Reiches war jedoch bis zum 25. Februar 1872 möglich.

Aktuelle Prüfer

Brettl, Maria, Richard-Wagner-Str. 31, 85591 Vaterstetten, Tel. 08106 1813, Fax 08106 8511, E-Mail maria.brettl@freenet.de

Flemming, Wolfgang, Postfach 22 13 53, 04133 Leipzig, Tel. 0341 9114531

Stegmüller, Franz, Postfach 90 09 41, 81509 München, Traunreuter Str. 38, 81549 München, Tel. 089 68093790, Fax 089 68093791, E-Mail, E-Mail franz.stegmueller@t-online.de

Altsignaturen

Georg Bühler (BPP), Drahn, Ehret, R.F.Engel, W.Engel, Englert (BPP), Gl (Glasewald), HK (Horst Krause), Holschuh, Hunziker, Köhler, Pfenninger, Seeger (BPP), Gebr. Senf Leipzig, T oder Thier, Willadt, Unverfehrth Alle Signaturen sind fälschungsgefährdet.

Literatur

  • Baden Spezialkatalog, Handbuch der Markenzeit. 6. Auflage, Peter Sem, ISBN:3-926040-23-8
  • B. E. Crole: Geschichte der Deutschen Post. II. Auflage. Verlag W. Malende in Leipzig, Leipzig 1889. Der Autor ist Bruno Emil König aus Berlin.
  • K. Schwarz (Postrat): Zeittafel zur deutschen Postgeschichte. R.V.Deckers Verlag, Berlin 1935, Band 22 Post- und Telegraphie in Wissenschaft und Praxis.

Weblinks

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Externe Links
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