Ballonpost

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Ballonpost bezeichnet die Beförderung einer Postsendung (meist aus Gewichtsgründen in Form einer Postkarte) mit dem Namen des Absenders mittels eines ungelenkten, mit Wasserstoff oder Helium gefüllten Ballons. Da der Ballon nicht steuerbar ist, ist der Adressat einer Ballonpost dem Zufall überlassen. Meistens wird eine Ballonpost nicht gefunden. In dieser Hinsicht hat Ballonpost eine große Ähnlichkeit mit der Flaschenpost.

Eine gefundene Ballonpost sollte per Post unter Angabe des Fundorts dem Absender zugeschickt werden, damit dieser feststellen kann, wie weit sein Ballon geflogen ist, denn häufig ist eine Ballonpost Bestandteil eines Ballonflugwettbewerbes.

Mit Helium gefüllte kleine Ballons können mitunter erstaunliche Entfernungen zurücklegen. So flog ein am 3. März 2006 vom Österreicher Oskar Haberlandt gestarteter Ballon von Wildon, Österreich nach Turhal in die Türkei. Das ist eine Entfernung von 1800km. Insgesamt erreichte Haberlandt in einer Versuchsreihe seit 2003 mit seinen Ballons von Österreich aus 24 Staaten in Europa. Von den über 17.000 gestarteten Ballonpostkarten gelangten knapp 4% zurück zum Absender. (Stand November 2006)

Daneben wurde Ballonpost auch schon wiederholt zur Verbreitung von Informations- und Propagandamaterialien, insbesondere für die Bevölkerung in Ländern mit diktatorischen Regierungen eingesetzt, da Ballonpost außerhalb des Machtbereiches dieser Regierungen gestartet werden kann und bei guter Windrichtung durchaus einige hundert Kilometer weit fliegen kann.

Belagerung von Paris

Während der Belagerung von Paris wurden zwischen dem 23. September 1870 und dem 28. Januar 1871 67 zumeist bemannte Postballons gestartet (jeder trug einen besonderen Namen), die Postsäcke mit speziellen Ballonpostbriefen enthielten. Dies war die einzige Möglichkeit, Briefe aus der belagerten Stadt zu transportieren. Die besonderen Ballonpostbriefe waren 10 x 7 cm groß, die Ballonbriefumschläge waren aus dünnem Papier gefertigt und durften ein Gewicht von 4 g nicht überschreiten. Die Postkarten trugen eine Adresse, und nach der Landung des Ballons in von den Preußen unbesetzten Gebieten (so man sie erreichte), wurden die Briefe auf normalem Postweg weiterbefördert. Zuweilen wurden aber auch Postsäcke noch während der Ballonfahrt als Ballastabgabe abgeworfen. So gelangten viele der Briefe erst spät und auf großen Umwegen an ihr Ziel. Dabei wurden 20 Centimes verlangt (mehr jedoch, wenn die Post nach außerhalb Frankreichs befördert werden sollte). Einige Ballons beförderten auch Brieftauben, die in der Lage waren, kleine Nachrichten zurück nach Paris zu bringen.

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