Brustschilde

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Als Brustschild-Ausgaben oder kurz Brustschilde werden die Postwertzeichen der ersten Freimarkenserie des Deutsches Reiches bezeichnet. Nach Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 wurde in einer Kabinettorder vom 27. April 1871 die Herausgabe neuer Freimarken mit der Inschrift DEUTSCHE REICHS-POST und einer Farblosprägung des Reichsadlers im kreisrunden Mittelstück verfügt.

Inhaltsverzeichnis

Kleiner Schild

2 Kreuzer kleiner Schild, 1. April 1872
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2 Kreuzer kleiner Schild, 1. April 1872

Entworfen von H. G. Schilling, wurde ab Mitte 1871 mit der Herstellung der ersten Ausgabe der Brustschildmarken im Buchdruck mit zunächst noch als »provisorisch« bezeichneter Prägung Adler mit kleinem Brustschild in der Preußischen Staatsdruckerei Berlin begonnen. Das kleine Brustschild ist gekennzeichnet durch die so genannte Aachener Krone mit einem Kreuz links und ohne Bänder sowie dem Reichsadler, der im kleinen Brustschild den preußischen Adler zeigt.

Die Ausgabe erfolgte am 1. Januar 1872, jedoch wurden die neuen Reichspostmarken bereits im Dezember 1871 an die Postämter verteilt und – entgegen der postamtlichen Vorschrift – in einigen Fällen schon vor dem offiziellen Erstausgabetag verwendet. Für den nördlichen Bereich wurden sechs Wertstufen in Talerwährung (von ¼ Groschen bis 5 Groschen) und für den südlichen Bereich fünf Wertstufen in Guldenwährung (von 1 Kreuzer bis 18 Kreuzer) verausgabt.

Am 1. April 1872 erschienen die Werte zu ½ Groschen und 2 Kreuzer in geänderter Farbgebung, um sie von den Farben der Werte zu 1 Groschen bzw. 3 Kreuzer deutlicher abzuheben.

Großer Schild

Ab 1. Juni 1872 wurde eine zweite Ausgabe mit der Prägung der »nunmehr definitiv festgestellten Form« Adler mit großem Brustschild ausgegeben. Diese ist charakterisiert durch eine Vierbügelkrone mit Reichsapfel und Kreuz in der Mitte sowie zwei Mitrabändern und einem geänderten Reichsadler, der den preußischen Adler im großen Brustschild mit Hohenzollernwappen trägt; zudem ist das Brustschild von einer Kette umgeben und unten in der Mitte werden Orden gezeigt.

Am 1. November 1872 wurde die Serie um zwei weitere Wertstufen, 2 ½ Groschen und 9 Kreuzer, ergänzt. Am 1. Januar 1874 wurden die Ergänzungswerte 2 ½ Groschen und 9 Kreuzer zur besseren Unterscheidung von den Werten in den Farben Karmin und Orange mit einem Buchdruck-Aufdruck der Wertangabe in Markenfarbe ausgegeben. Alle Brustschild-Ausgaben waren bis 31. Dezember 1874 frankaturgültig, einige Wertstufen waren darüber hinaus als Pfennige-Frankatur bis 31. Dezember 1875 zugelassen (sog. Spätverwendung).

Quellen

MICHEL Deutschland Spezial-Katalog, München: Schwaneberger 2007.

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