Département der Weser

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1809 Karte des Département der Weser
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1809 Karte des Département der Weser

Das Département der Weser (frz. Département du Weser, kurz Weser-Département oder Weserdépartement) war von 1807 bis 1810 eine Verwaltungseinheit (Département)
des Königreichs Westphalen. Präfektur des Départements war Osnabrück.

Departement der Weser
Weserdepartement
Département du Weser
Basisdaten (1810)
Bestehen 1807 bis 1810
Königreich: Westphalen
Präfektur: Osnabrück
Einwohner: 334.965 (1807)
Gliederung: vier Distrikte
Präfekt: Philipp von Pestel
1812 Conrad Wilhelm Delius
aufgegangen in: Département der Oberen Ems
Département der Fulda
Département der Leine


Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Gebiet lag im Nordwesten des Königreichs Westphalen. Kleine Exklave waren Uchte, Thedinghausen und Freudenberg, die alle nördlich des Kernraumes des Départements lagen, Thedinghausen sogar nur unweit südlich von Bremen. Das Département grenzte zunächst (um 1807) im Norden an Hannover, im Osten an Schaumburg-Lippe, im Süden an Lippe sowie das Département der Fulda, das ebenfalls Teil des Königreichs Westfalen war, im Westen an das Großherzogtum Berg, im Nordwesten an das Herzogtum Arenberg sowie an das Herzogtum Oldenburg. Die Exklaven waren vom Kurhannover umschlossen, das vorübergehend vollständig ab 14. Januar 1810 ebenfalls zum Königreich Westphalen gehörte. Ab 1810 grenzte das Département der Weser daher im Osten und Nordosten in Folge dieser Umgliederung u.a. auch an das Département der Aller, das im ehemals hannoveranischen Gebiet lag. Größte Städte waren Osnabrück, Minden, Bielefeld und Herford. Im Osten des Gebiets durchfloss die namensgebende Weser das Gebiet von Süd nach Nord. Von West nach Ost durchzogen das Wiehengebirge und in Fortsetzung das Wesergebirge sowie etwas südlich davon der Teutoburger Wald das Département.

Das Département lag im Wesentlichen im heutigen nördlichen Ostwestfalen, im Osnabrücker Land sowie im Schaumburger Land. Es umfasste im Wesentlichen die heutigen niedersächsischen Landkreise Osnabrück und Schaumburg (Süd- und Ostteil) sowie die nordrhein-westfälischen Kreise Minden-Lübbecke, Herford, Gütersloh (Nordteil) sowie die kreisfreie Stadt Bielefeld.

Geschichte

  • 1807 1. Dezember: Es wird gebildet aus dem ehemaligen preußischen Teil des Fürstentum Minden, aus der Grafschaft Ravensberg, aus dem ehemals hannoverischen Teil des Bistum Osnabrück (ohne das Amt Reckenberg), aus dem Hessen-Kasselschen Anteil an Schaumburg, und dem Amt Thedinghausen. Die kleinen Exklaven, Uchte, Thedinghausen und Freudenberg, nördlich des Départements gehörten zum Distrikt Rinteln. Hauptort des Départements ist Osnabrück.
  • 1808 18. April: Durch Dekret ist die Einteilung des Départements berichtigt worden. Osnabrück ohne Merzen, Minden ohne Dielingen, Gohfeld, Hiddenhausen und Auberg, Bielefeld es fehlt Jöllenbeck Burgholzhausen und Steinhagen, Rinteln bleibt unverändert.
  • 1810 1. September, Auflöung des Distrikt Rinteln. Vier Kantone vom Distrikt Rinteln (Sachsenhagen, Obernkirchen, Rodenberg und Freudenberg) kommen zum Département der Aller. Der Canton Thedinghausen kommt zum Nord-Département. Die ehemaligen Ämter Diepenau und Stolzenau wurden zusammen mit dem Kanton Uchte mit dem Ditrikt Minden vereinigt.
  • 1811 1. Januar: Auflösung des Département Weser im Königreich Westphalen. Das ehemalig westphälische Département der Weser wird entlang einer neuen Grenzlinie von Frankreich annektiert. Lediglich der Südteil des Distrikt Bielefeld blieb im Königreich Westphalen erhalten und dem Département Fulda, zugeteilt. Der Distrikt Bielefeld verliert dabei den Kanton Werther an den Distrikt Minden und den Kanton Versmold an den Distrikt Osnabrück

Gliederung

Das Département wurde durch Königliches Decret vom 24. Dezember 1807 festgelegt. Es umfasste folgende Arrondissements (auch Unterpräfektur oder Distrikt genannt) und zugehörige Kantone:[1]

Geschichte

Nach Errichtung des de facto unter französischer Herrschaft stehenden Königreichs Westphalen wurde sein Territorium in mehrere Départements eingeteilt, darunter auch das Département der Weser, das neben dem Département der Fulda das einzige Département war, das nach heutiger und damaliger Definition wirklich westfälische Gebiete umfasste. Es umfasste die ehemaligen preußischen Territorien Grafschaft Ravensberg, Fürstentum Minden, sowie den Teil des hannoverischen Territoriums, das bis 1802 dem Territorium Hochstift Osnabrück (ohne Amt Reckenberg) entsprach. Weiterhin gehörten zum Département die ehemals zu Hessen-Kassel zählenden Anteile an Schaumburg (Grafschaft Schaumburg), und das Amt Thedinghausen. An Bewohnern umfasste das Gebiet Stand Dezember 1807 334.965 Einwohner[1]

Bis auf kleinere Ausnahmen spiegelten die Distrikte in etwa die alten Territorien wider:

  • Der Distrikt Rinteln entsprach den zu Hessel-Kassel zählenden schaumburgischen Gebieten. Nur Auburg (ehemals schaumburgische Exklave beim heutigen Wagenfeld) wurde dem Kanton Rahden (Distrikt Minden) angegliedert.
  • Der Kanton Osnabrück bestand aus den ehemals hannoverschen Gebieten.
  • Die Kantone Minden und Bielefeld entsprachen im Wesentlichen, sieht man von kleineren Korrekturen (Oldendorf z. B. zum Kanton Minden) ab, den alten Territorien des Fürstentums Minden und der Grafschaft Ravensberg.

1811

Als der territoriale Zuschnitt des Königreichs ab 1811 verändert wurde, fielen große Teile des Départements - nämlich die Gebiete nordwestlich von Weser, Werra, Johannisbach und Schwarzbach - direkt an das Kaiserreich Frankreich mit Wirkung zum 1. Januar 1811. Die Städte Herford und Bielefeld blieben also westfälisch. Die angegliederten Gebiete wurden unter der Bezeichnung Département der Oberen Ems Teil der neu errichteten hanseatischen Départements. Der restliche Teil, also im Wesentlichen die Distrikte Bielefeld (Südteil), Rinteln ohne die Exklaven und die Gebiete rechts der Weser des Distrikts Minden, wurden dem Département der Fulda (Distrikt Bielefeld) bzw. dem Département der Leine (Distrikte Rinteln und mindener Kantone Windheim und Hausberge) eingegliedert.

Präfekturen

Im Département der Weser hatte seinen Sitz in Osnabrück. Es wurde von 1809 bis 1811 von Philipp von Pestel geleitet, danach von Daniel Heinrich Delius als Präfekten, mit seinem Sekretär von Lochhausen. Sie leiteten gleichfalls die Geschicke der Unterpräfektur Osnabrück.

Ihnen zur Seite stand die Ratsversammlung mit den Herren von Buch, Delius, Struckmann und Wedekind.

Der Ratsversammlung der Unterpräfektur Osnabrück gehörten die Herren Baron von Horst, von Busch, Delius, Delius, Diederichs, von Diffurth, Gruner, Harmer, Hoffbauer, von Hugo, von Ledebur, Müller, Graf von Münster-Langelage, Niemann. d’Ostmann-von-Leye, Baron von beck. Von Schele, Schrader und Stüve an.

Weiter Unterpräfekten gab es in

  • Minden: Herr von Busch mit seinem Sekretär Gebhard,
  • Bielefeld: der Präfekt von Bernuth mit seinem Sekretär Nageld,
  • Rinteln: der Präfekt von Haxthausen mit seinem Sekretär Krüger, [2]

Postmeister im Département der Weser

Das Königreich Westphalen hatte die Posthoheit im Lande (siehe Postgeschichte des Königreichs Westphalen).

Siehe auch

[Napoleonische Zeit in Deutschland Napoleonische Post in Norddeutschland

Die rechtsrheinischen Departemente

Département der Rur (Roer) Département Rhein Mosel (Rhin et Moselle) Département der Saar (Sarre) Département des Donnersberg (Mont-Tonnerre)

Die linksrheinischen Départemente

Département der Wälder (Forêts)

Die niederländischen Départemente

Département der Ysselmündung (Boches de Iýssel) Département der West-Ems (Ems Occidental) Département der Oberyssel (l´Supérieur) Département der Ost-Ems (l´Ems Oriental)

Die Hanseatischen Département

Département der Elbmündung (Bouches de l´Elbe) Département der Wesermündung (Bouches du Weser) Département der Oberen Ems (l´Ems Supérieur) Département der Lippe (de la Lippe)

Königreich Westphalen

Königreich Westphalen Königreich Westphalen Einteilung Postgeschichte des Königreichs Westphalen

Département der Elbe (de l´Elbe) Département der Fulda(de la Fulde) Harz Département (du Harz) Département der Leine ( de la Leine) Département der Oker (de l´Oker) Département der Saale (de la Saale) Département der Werra (de la Werra) Département der Weser (du Weser) Département der Aller (de l´Aller) Département der Niederelbe (de Ilmenau) Département der Elbe- und Weser-Mündung (Bouche der Elbe et du Weser / Nord-Département)

Großherzogtum Berg

Postgeschichte des Großherzogtum Berg Département des Rheins Département der Sieg Département der Ruhr Département der Ems

Literatur

  • Conrad Müller: Allgemeine Vorschrift den Dienst der Briefposten betreffend. Hamburg 1811.
  • Albrecht Friedrich Ludolf Lasius: Der französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Großen im Jahre 1812. Ein historisches-Handbuch, Erste Abteilung, bey Johann Gottfried Kißling, Osnabrück 1813.
  • Helmut Stubbe-da Luz: „Franzosenzeit“ in Norddeutschland (1803–1814). Napoleons Hanseatische Departements. Bremen 2003, ISBN 3-86108-384-1.
  • J. von Münstermann: Almanach des Lippe-Departements
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Externe Links
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