Heinrich von Stephan

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Porträt Staatssekretär Dr. von Stephan

Heinrich Stephan, ab 1885 von Stephan (* 7. Januar 1831 in Stolp, Pommern; † 8. April 1897 in Berlin) war Generalpostdirektor des Deutschen Reichs und Organisator des deutschen Postwesens. Er war kaiserlicher Wirklicher Geheimrat, Staatssekretär des Reichspostamts und königlich preußischer Staatsminister, Mitglied des Preußischen Staatsrates und des Preußischen Herrenhauses (1872-1897) und Domherr von Merseburg.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Er entstammte einer pommerschen Familie und war der Sohn des Schneidermeisters Friedrich Stephan (1792-1860), Stadtverordneter und Ratsherr in Stolp, und der Marie Luise Weber genannt Döring (1794-1869).

Stephan heiratete in erster Ehe am 16. Juli 1855 in Hannover Anna Tomala (* 18. Oktober 1827 in Bonyhád, Ungarn; † 22. Mai 1862 in Berlin). In zweiter Ehe heiratete er am 24. September 1863 in Potsdam Elisabeth Balde (* 13. August 1841 in Berlin; † 5./6. Februar 1926 ebenda).

Er wurde am 19. März 1885 in den preußischen Adelsstand erhoben.

Leben

Schon als Schüler des Stolper Gymnasiums fiel Heinrich Stephan durch außergewöhnliche Begabung auf. Die Reifeprüfung legte er vorzeitig und mit besten Noten ab. Daneben hatte er bei einem privaten Musiklehrer Geige und Klavier spielen gelernt und beherrschte die Musikinstrumente bald besser als sein Lehrer. Mit guten Leistungen fiel Heinrich Stephan auch in seiner Lehrstelle bei der Stolper Post auf, so dass er, versehen mit einem ausgezeichneten Zeugnis, 1849 als Beamtenanwärter nach Marienburg kam. Bereits ein Jahr später war er Postassistent in der Oberpostdirektion Danzig.

Nach Ableistung seines einjährigen Dienstes beim preußischen Heer wurde er nach einem kurzen Zwischenspiel beim Berliner Generalpostamt nach Köln zur Oberpostdirektion versetzt. Hier hatte er hauptsächlich mit der Bearbeitung überseeischer Postrechnungen zu tun, und dabei entstanden wohl die ersten Ideen für die Vereinheitlichung des internationalen Postverkehrs. 1855 schloss Stephan seine Ausbildung endgültig mit der Absolvierung der Prüfung zum höheren Postdienst ab, ebenfalls wieder mit Auszeichnung. Anschließend kehrte er in das Generalpostamt Berlin zurück, wo er letztlich 1868 zum Geheimen Oberpostrat befördert wurde.

Während der Zeit des Norddeutschen Bundes bekleidete Heinrich Stephan das Amt eines Generalpostdirektors, nach der Gründung des Deutschen Reiches ernannte man ihn 1880 erst zum Staatssekretär des Reichspostamtes und 1895 zum Staatsminister. In diesen Positionen war er für die Organisation des deutschen Postwesens verantwortlich. Schnell erkannte er die Schwächen des Apparates, der zunächst noch unter der föderalen Zersplitterung des Reiches zu leiden hatte. Nachdem er die unterschiedlichen Territorialpostanstalten unter dem Dach der Reichspost vereinigt hatte, sorgte er dafür, dass durch Reformen und Neuerungen die Post zu einem modernen Dienstleistungsinstitut wurde. Er führte das Postprivileg und das Briefgeheimnis ein, sorgte für ein einheitliches billiges Brief- und Paketporto und erfand die Postanweisung und die Postkarte. 1875 schloss er das Telegrafenwesen der Post an und verband alle wichtigen Städte Deutschlands mit Telegrafenkabeln. Zwischen 1877 und 1881 baute er unter der Devise „Jedem Bürger sein Telefon“ das Telefonnetz in Deutschland auf. Das heute noch bestehende Deutsche Postmuseum in Berlin wurde 1872 von Stephan gegründet. Lediglich mit seinem Entwurf für ein Postsparkassengesetz scheiterte er 1885 am Reichstag.

Heinrich von Stephan (er war 1885 geadelt worden) sorgte auch für soziale Fortschritte bei der Reichspost. Auf seine Initiative hin wurde für die Postbediensteten eine Unfall-, Kranken- und Altersversicherung eingeführt und die etwa 2000 unter seiner Leitung neu errichteten Postgebäude wurden mit modernen und zweckmäßigen Arbeitsräumen ausgestattet.
Die bedeutendste geschichtliche Leistung von Heinrich von Stephan ist jedoch die Schaffung des Weltpostvereins. Durch sein diplomatisches Geschick gelang es ihm, am 15. September 1874 Postvertreter aus 22 Staaten zum ersten internationalen Postkongress in Bern zusammenzuführen. Aus dem dort gegründeten „Allgemeinen Postverein“ entstand später der „Weltpostverein“, dem am Ende des Jahrhunderts außer China alle wichtigen Staaten der Erde angehörten. Mit ihm gelang es, im internationalen Postverkehr einheitliche Standards einzuführen und separatistische Hemmnisse abzubauen. Bis 1891 war Heinrich von Stephan Präsident des Weltpostvereins.
Eine schwere Diabeteskrankheit und eine daraufhin erfolgte Beinamputation setzte dem unermüdlichen Schaffen 1897 ein Ende. Heinrich von Stephan erlag seiner Krankheit 66-jährig am 8. April 1897. Mit viel Prunk und unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde er auf dem Berliner Dreifaltigkeitsfriedhof beigesetzt.

Ehrungen

Neben der bereits erwähnten Erhebung in den Adelsstand durch Kaiser Wilhelm I. verlieh ihm die Universität Halle für seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen 1873 die Ehrendoktorwürde. Nach seinem Tode errichtete man im Lichtsaal des von ihm geschaffenen Postmuseums ein monumentales Denkmal (in den 1950er Jahren auf Geheiß der DDR-Führung vernichtet), und in vielen deutschen Städten wurden Straßen und Plätze nach ihm benannt (Berlin, Frankfurt/M., Hamburg, Bonn, Chemnitz, Freiburg). Die Ehrenbürgerschaft verliehen ihm Städte wie Stolp, Köln, Bremerhaven, Dortmund und Schwerin). Vor dem Hauptpostamt in Schwerin erinnert ein 1898 enthülltes Denkmal mit einem marmornen Porträtrelief an von Stephan - geschaffen von Bildhaur Prof. Wilhelm Wandschneider. Selbstverständlich wurden ihm zu Ehren auch mehrere Briefmarken veröffentlicht.

Heinrich von Stephan war auch der Erste, der konkrete Pläne für einen Damm zwischen der Insel Sylt und dem Festland schmiedete. <ref>http://www.hvstephan.de/gesch/henry.htm</ref> Anlass war wohl die lange Seereise, die er als häufiger Kurgast auf der Insel unternehmen musste. In Westerland auf Sylt steht daher ein Denkmal von Bildhauer Hugo Berwald für ihn.

Deutsche Sprache

Die deutsche Sprache war ein wichtiges Anliegen von Stephan. Begriffe wie Fernsprecher, Fernsprechamt, Fernschreiben, Amtliches Verzeichnis der Ortsnetzkennzahlen Kurz AVON gehen auf sein Wirken zurück. - Stephandeutsch

Literatur

Referenzen

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Weblinks

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