Judenpost

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Judenpost, auch Ghettopost, ist die Bezeichnung des Postdienstes innerhalb des Ghetto Litzmannstadt. Dieses Judenghetto konnte während des Zweiten Weltkrieges durch eine weitgehende Selbstverwaltung einen eigenen Postdienst aufbauen sowie eigene Briefmarken hierfür ausgeben.

Nach der Besetzung von Łódź durch das Deutsche Reich im September 1939 wurde die zuvor polnische Stadt auf „Erlass des Führers“ unter dem neuen Namen Litzmannstadt in das Reich eingegliedert. Das Ghetto wurde am 30. April 1940 geschlossen und abgeriegelt. Anschließend wurde es in jüdische Selbstverwaltung unter strengen Auflagen an Chaim Rumkowski, dem „Ältesten der Juden“, übergeben und unterstand deutschen Behörden. Chaim Rumkowski setzte sich in den folgenden Jahren sehr für den Aufbau eines eigenen Postwesens im Ghetto Litzmannstadt ein. Es wurde mehrere kleine Postdienststellen und Briefkästen eigens für die Judenpost eingerichtet. Der Postdienst war ausschließlich auf das Ghetto beschränkt. Um 1941 kamen sogar eigene Briefmarken der Judenpost in den Verkehr.

Es sind drei Freimarken in einheitlicher Zeichnung zu 5 Pfennig in dunkelblauer, zu 10 Pfennig in dunkelgrüner sowie zu 20 Pfennig in dunkelbrauner Farbe bekannt geworden. Die Briefmarken des Ghetto Litzmannstadt wurden geschnitten auf leicht gerautem Papier ausgegeben. Die Marken besaßen teilweise eine leicht gelbliche Gummierung. Die Zeichnung im Querformat zeigt neben der Inschrift Judenpost / Litzmannstadt-Getto und der Wertangabe mit dahinter liegenden Davidstern, ein Portrait Chaim Rumkowskis sowie eine sinnbildliche Abbildung des im Ghetto weit verbreiteten Textilhandwerkes.

Die Briefmarkenausgaben der Judenpost wurden bald von den deutschen Behörden verboten und vermutlich größtenteils vernichtet. Heute sind jedoch noch einige Stücke erhalten. Philatelistisch gesehen sind diese Briefmarken der deutschen Postgeschichte zuzurechnen, da es sich um Litzmannstadt zur Zeit der Ausgabe um eine Stadt in Deutschland handelte. Dies zeigt auch die Wertangabe, da diese in Pfennig und nicht in Złoty, wie im Generalgouvernment verwendet, angegeben ist.

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