Packstation

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Eine Packstation ist ein Paketautomat von DHL, dem Paket- und Expressdienst von Deutsche Post World Net. Derzeit gibt es bundesweit über 800 Automaten (Februar 2007), an denen Kunden ihre Pakete und Päckchen verschicken lassen können. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, sich seine Sendung an eine beliebige Packstation liefern zu lassen, wobei der Kunde sie zu einem frei wählbaren Zeitpunkt abholen kann, da die Automaten rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Pakete können jedoch nur an eine Packstation versendet werden, wenn die Zustellung über DHL erfolgt.

Inhaltsverzeichnis

Handhabung

Sobald ein Paket eingetroffen ist, wird der Kunde darüber per E-Mail und/oder SMS benachrichtigt. Die Nutzung der Paketautomaten ist sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden kostenlos. Erforderlich ist lediglich eine vorherige kostenfreie Anmeldung, etwa unter www.packstation.de. Nach der Anmeldung erhalten die Kunden per Einschreiben eine Kundenkarte, eine sogenannte PostNummer für die Adressierung und eine PIN, mit der sich die Paketautomaten ähnlich wie Geldautomaten nutzen lassen. Nachnahmesendungen können direkt am Paketautomaten bargeldlos per EC- oder Geldkarte bezahlt werden.

An jeder Packstation können auch Sendungen aufgegeben werden. Wertmarken zur Frankierung von Päckchen und Paketen sind an fast allen Packstationen erhältlich. Es können aber auch vorab erworbene Versandmarken genutzt werden. So freigemachte und am Automaten aufgegebene Pakete sind einen Euro günstiger als beim Versand eines Pakets in einer Filiale der Deutschen Post. Außerdem können auch Retourenpakete und Pluspäckchen verschickt werden.

Als Kunde loggt man sich mit seiner Kundenkarte (bzw. ohne Karte auch nur mit der PostNummer) und PIN ein, wählt eine Fachgröße, scannt den Barcode der Retouren- oder Paketmarke am Scanner der Packstation ein und legt die Sendung in das sich öffnende Fach. Die Maximal-Maße für alle Sendungen betragen 60 × 35 × 35 cm. Retourenpakete können selbst dann mit der Packstation zurückgeschickt werden, wenn sie nicht mit DHL oder der Deutschen Post befördert worden sind.

Für Menschen im Rollstuhl, die diesen nicht ohne fremde Hilfe verlassen können, ist das System nicht ohne weiteres nutzbar (Höhe des Bedienfeldes und ggf. der Paketfächer).

Bei Überfüllung des Automaten oder bei Paketen, die zu groß für die Packstation sind, werden diese in einer Postfiliale (entweder die nächste zur Packstation oder zur Adresse) oder in einer anderen Packstation hinterlegt. Der Empfänger wird darüber per SMS oder E-Mail benachrichtigt.

Adressierung

Die Adressierung einer Sendung an eine Packstation sollte nach folgendem Muster erfolgen:

Hans Mustermann
12345678
Packstation 123
12345 Musterstadt

Hierbei ist „12345678“ die PostNummer des Kunden, die diesem fest zugeteilt ist. Die Nummer, die Postleitzahl und den Ort der Packstation kann der Kunde in einem Verzeichnis, z.B. auf der Website des Unternehmens, nachschlagen. Der Kunde ist nicht dauerhaft auf eine bestimmte Packstation festgelegt, sondern kann durch freie Adressierung jeder einzelnen Sendung an die entsprechende Lieferadresse (Hausanschrift, beliebige Packstation usw.) jedes Mal frei entscheiden, wo die Sendung zugestellt werden soll.

Packstation Depot

Als Alternative zur Packstation bot DHL in einigen Städten auch den Service Packstation Depot (während der Erprobungsphase in Kerpen und Münster „Depotservice“ genannt) an. Bei diesem wurde auf die Aufstellung der Automaten verzichtet (aus Platz- und/oder Kostengründen). Stattdessen wurden Sendungen direkt an eine Filiale oder Postagentur adressiert. Der Kunde wurde wie bei der normalen Packstation per SMS oder E-Mail benachrichtigt, und konnte die Sendung - allerdings nur innerhalb der üblichen Öffnungszeiten - an der jeweiligen Paketausgabe abholen. Depots gab es in Potsdam, Münster (Westfalen), Kerpen, Brühl und Hürth. Nach der Erprobungsphase wurde dieser Service eingestellt.

Packstation für Unternehmen

Packstation Inhouse

Seit Januar 2004 bietet DHL für große Unternehmen (ab einer Mitarbeiteranzahl von 3000) auch sogenannte Packstationen Inhouse an. Dies ist vor allem für solche Unternehmen interessant, in denen die Mitarbeiter keine geregelte Arbeitszeit haben oder bis spät in die Nacht arbeiten und sich deshalb Ihre Pakete und Päckchen an die Unternehmensadresse schicken lassen. Da dies aber von den Unternehmen nicht immer gerne gesehen wird, aber dennoch den Angestellten eine Möglichkeit gegeben werden soll, können diese bei DHL eine solche Inhouselösung beantragen. Das erste Unternehmen, das eine Packstation Inhouse aufbauen ließ, war SAP in Walldorf; im September 2005 folgte eine weitere am SAP-Standort St. Leon-Rot.

Da Inhouse-Packstationen nur exklusiv für die Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens zur Verfügung stehen, wird der Standort dieser Automaten nicht veröffentlicht.

Weitere Unternehmen sind beispielsweise BASF, Siemens und T-Online.

Packstation Technikerbelieferung

An den bestehenden Packstationen können Servicetechniker mit Ersatzteilen auf dem Weg zu den Kunden versorgt werden.

Orte mit Packstationen

Bild:Packstation winter.jpg
Packstation in München

In den Pilotstädten Dortmund und Mainz wurden im Jahr 2001 die ersten Packstationen aufgebaut. Im Oktober 2003 folgten: Bad Vilbel, Frankfurt am Main und Offenbach am Main.

Mittlerweile kann der Packstation-Service in etwa 150 Städten und Gemeinden genutzt werden. Die Ausbauschwerpunkte liegen vor allem in Ballungszentren und Städten. In ländlichen Regionen finden sich bislang nur in Ausnahmefällen Packstationen.

Kundenakzeptanz

Bislang haben sich über eine halbe Millionen Kunden für die Nutzung des Packstation-Systems angemeldet. Im Rahmen jährlicher Kundenbefragungen erhielt der Service durchweg gute Noten, so liegt die Gesamtbewertung aus dem Jahr 2005 mit 1,8 auf ein 6er-Skala (1 = sehr gut, 6 = sehr schlecht) auf einem vergleichsweise sehr hohen Niveau und hat sich gegenüber der Bewertung von 1,9 im Jahre 2004 leicht verbessert. Insgesamt 87 % der befragten Kunden bewerteten Packstation mit 1 oder 2.

Auf Grund der großen Kundenresonanz werden im Jahr 2007 weitere Städte an das Packstation-Netz angebunden.

Juristisches und Kritik

Bei der Benutzung der Packstation verzichtet der Empfänger einer Sendung nach der Entnahme dieser aus dem Paketautomaten auf die Annahmeverweigerungsmöglichkeit. Bei einem Zusteller oder in der Postfiliale kann der Empfänger dem Post- bzw. DHL-Mitarbeiter die Paketannahme verweigern; z.B. wenn er Schäden am Paket bemerkt oder überhaupt den Absender erkennt (unerwünschte Lieferung).

Diese „Annahmeverweigerungsmöglichkeit“ ist bei der Packstation nach Öffnung des jeweiligen Fachs nicht möglich. Dies ergibt sich aus: Ziffer 5 Abs. 3 der speziellen Packstation-AGB: „Die Annahmeverweigerung ist nach dem Öffnen des Paketautomaten ausgeschlossen.“ Möglicherweise soll hierdurch Betrugsversuchen vorgebeugt werden.

Daher gilt die Sendung mit dem Öffnen der Klappe als zugestellt, ohne dass man als Kunde die Möglichkeit hat, einen etwaigen Mangel (z.B. Beschädigungen) bei Entgegennahme der Sendung - nur dieser Zeitpunkt ist relevant - reklamieren zu können. Der Empfänger hat aber die Möglichkeit, dies über die nächstgelegene Postfiliale vorzunehmen, ist dort aber auf Kulanz angewiesen.

Dies führt zu einer Beweislastumkehr zu Lasten des Empfängers. Ohne Zeugen muss der Empfänger beweisen, dass die Sendung beschädigt war. Das ist recht schwierig ohne eine weitere Person (der Empfänger gilt nicht als Zeuge) oder eine Videokamera. Im Versand beschädigte Sendungen, werden von dem Zusteller in der Praxis ebenfalls in die Packstation gelegt, wobei dies dazu führt, dass der Empfänger das o.g. Beweisproblem hat.

Ferner vereinbart der Versender der Sendung und die Post in den AGB, dass die Sendung a) bei dem Empfänger abgegeben werden kann („Zustellung“), b) in die Packstation oder c) in die Postfiliale zur Abholung verwahrt werden kann (sog. Wahlfreiheit des Zustellers). Somit hat man als Empfänger bei Benutzung von DHL keine Möglichkeit, den oben geschilderten Rechteverzicht zu vermeiden. Die Art der Zustellung kann die Post frei wählen. Man sollte sich als Empfänger bei der Post beschweren, wenn die Sendung wiederholt statt Direktzustellung in die Packstation gelegt wird und dies für die Zukunft ausschließen und diese Beschwerde sichern (z.B. per Fax und Sendeprotokoll). Falls dann ein o.g. Schaden vorkommt, dann kann dies in einem Schadensersatzprozess verwertet werden. Diese Wahlfreiheit geht letztlich zu Lasten des Versenders.

Siehe auch

Weblinks

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