Postroute Braunschweig–Holzminden

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Auszug aus einer Karte von 1714
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Auszug aus einer Karte von 1714

Dieser Artikel behandelt die fahrenden und reitenden Posten nach Göttingen und weiter nach Kassel. Ebenso behandelt der Artikel die Postgeschichte der Orte im Kreis Holzminden.

Inhaltsverzeichnis

Reit- und Fahrpost

Die Post-Charte von 1714 zeigt die Möglichkeit einer Verbindung von Braunschweig über Wolfenbüttel nach Kniestedt<ref>Der Bahnhof von Bad Salzgitter, die Eikelmühle, sowie der Bismarckturm auf dem Hamberg befanden sich auf Kniestedter Gebiet. Am 1. April 1938 wurde die Gemeinde Kniestedt mit 842 ha Land und etwa 600 Einwohnern nach Salzgitter eingemeindet.</ref>, über Grasdorf nach Hildesheim und über Alfeld und Eschershausen nach Holzminden <ref>Johann Baptist Homann „Neu vermehrte Post Charte durch gantz Teutschland nach Italien, Franckreich. Niederland, Preußen, Polen, und Ungarn / Postarum seu Veredariorum Stationes per Germaniam et Provincias Adiacentes“ Nürnberg, J.B. Homann, 1714</ref>

Eine braunschweigische Landespost hat in Holzminden bereits vor 1743 bestanden, denn schon vor der Fahrpost von Braunschweig nach Holzminden im Jahre 1743, hat es eine Route des reitenden Postboten von Braunschweig über Gandersheim, Holzminden weiter nach Paderborn gegeben.

Für das Jahr 1764 gibt die von den Thurn und Taxis betriebene Kaiserliche Reichspost die Fahrposten von Braunschweig über Wolfenbüttel 1 – Barum 2 – Lutter 2 – Seesen 2 – Gandersheim 1 -Greene 1 – Wickensen 2 nach Holzminden 1 und weiter über Höxter 2 – Carlshaven 2 nach Kassel 3 Meilen an. Sowie als zweite Route ab Braunschweig und Wolfenbüttel 1 – Gitter 4 – Greene 4 – Hamelsborn 3 bis Holzminden 2 und weiter über Brackel 3 nach – Paderborn 3 Meilen. <ref>„Post-Tabellen oder Verzeichnis deren Post-Straßen in dem Kayserlich Römischen Reich und zum Teil auch in den angränzenden Landen, verfasst durch Franz Joseph Heger, Chrurfürstlich Maynzischer und Fürstlich Taxischen Hofrat, auch der Kayserl. Reichs Post Commissarium. Mit ihrer Röm. Kayserlichen Majesetät allergnädigst Privilegio“, Gedruckt zu Maynz bey denen Haffnerischen durch Benjamin, 1764 “</ref>

180 Jahre nach Einrichtung einer reitenden Post von Berlin in die preußischen Rheinprovinzen, erkannte man die Notwendigkeit einer Verkürzung der Strecke, nicht um das Herzogtum Braunschweig herum, sondern von Helmstedt bis Holzminden durch das Herzogtum zu führen. Die beiden Postbehörden einigten sich im Jahre 1822 auf eine Reitpost von Berlin über Magdeburg, Braunschweig, Seesen, Holzminden, Paderborn nach Düsseldorf und Köln.

In Braunschweig gab es 1832 bereits zwei Schnellposten, im Sommerhalbjahr zweimal wöchentlich über Königslutter und Helmstedt mit Anschluss nach Berlin, im Sommer mit dem Eilwagen oder Diligence oder im Winter mit der gewöhnlichen, fahrenden Post. Ebenfalls zweimal wöchentlich eine Schnellpost von Braunschweig über Wolfenbüttel, Halberstadt und Halle nach Leipzig und daneben noch eine fahrende Post nach Leipzig.

Hinzu kamen reitende Posten:

  • 1. Viermal wöchentlich nach Northeim, und von dort nach Göttingen, Kassel, Frankfurt etc.
  • 2. Viermal wöchentlich nach Celle, auf Bremen Oldenburg, Ostfriesland, Hamburg, Scandinavien etc.
  • 3. Zweimal nach Holzminden, Paderborn (die preußisch Berlin-Cölner), nach Hannover und Hildesheim.

Fahrende Posten gab es nach Calvörde, Kassel, Celle (Bremen) Hannover, Hildesheim, Goslar (und dem Harze), Halberstadt (Sachsen und Österreich), Hamburg (Dänemark und dem Norden), Hameln, Holzminden (Preußisch nach Paderborn, Westfalen und Hessen) Northausen (früher die Gelbe Kutsche) und einmal täglich nach Wolfenbüttel. <ref>Wilhelm Heinrich Matthias: „Über Posten und Post-Regale“ , Band 1 – 1832</ref>

Frühe Poststempel von Holzminden
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Frühe Poststempel von Holzminden

Holzminden

Todesanzeige eines braunschweigischen Postmeisters nach 57 Dienstjahren
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Todesanzeige eines braunschweigischen Postmeisters nach 57 Dienstjahren
Brief frankiert mit 8x¼ Silbergroschen - Die Marken wurden mit dem Rostrautenstempel Nr. 24 entwertet, als Aufgabestempel diente der Rechteckstempel
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Brief frankiert mit 8x¼ Silbergroschen -
Die Marken wurden mit dem Rostrautenstempel Nr. 24 entwertet, als Aufgabestempel diente der Rechteckstempel

Die braunschweigische Landespost hat in Holzminden vor 1743 bestanden, denn schon vor der Fahrpost von Braunschweig nach Holzminden im Jahre 1743, gab es eine Route des reitenden Postboten von Braunschweig über Gandersheim, Holzminden weiter nach Paderborn.

In der napoleonischen Zeit (1808–1813) wurde der erste Einzeiler „HOLZMINDEN“ zwischen 1809 und 1834 verwendet. Als Postdirektor der Königlich Westfälischen Post wird Herr Raabe als Directeur 3. Classe (1810–1813) genannt.

Ein weiterer Einzeiler wurde zwischen 1831 bis 1835 verwendet.

Schnallenstempel
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Schnallenstempel

Für Briefstempelungen wurde von 1835 an nur noch der ausschließlich in Holzminden verwendete Schnallenstempel mit Druckzahldatum benutzt. Nach 1853 findet man ihn auch auf Belegen aus dem Innendienst der Post.

Seit 1853 wird ein Rechteckstempel mit Datum, Stern und Uhrzeit in Ziffern abgeschlagen. Der Zweikreisstempel mit Tag, Monat, Jahr und Uhrzeit kam 1866 nach Holzminden. Zur Entwertung der Postwertzeichen verwendete man den Rostrautenstempel mit der Nummer „24“

Ein kleinerer Zweikreisstempel mit Datum und Morgens/Abends wurde als Ankunftstempel verwendet.

Das General-Circular der Post berichtete, dass der Chartenwechsel zwischen Holzminden und dem Thurn & Taxisschen Postamt in Bremen aufgehoben wurde. Die neue Convention mit Thurn & Taxis trat am 1. November 1835 in Kraft. „Der Chartenwechsel Holzminden und Lemgo, auch Detmold (Porto 2 Ggr. für ¾ Loth) wurde beibehalten“.

In den Adressbüchern werden folgende Postmeister des Postamts in Holzminden aufgeführt : August Heinrich Raabe, Postrath (1833–1840), Carl Raabe (1841–1854) „Postsekretär Raabe zu Holzminden ist zum 15. Januar 1846 zum Postmeister, die bisherigen Postschreiber Feise und Rosenbaum zu Postsekretärs ernannt worden.“, Georg Lindau (1854–1865), “Seine Hoheit der Herzog haben gnädigst geruht dem Postmeister Lindau zu Holzminden den Charakter „Postrath“ zu verleihen (ab 1864), Albert Damköhler (14. August 1865–1871), er war zwischen 1843 und 1845 als Postschreiber von Braunschweig nach Holzminden und zurück nach Braunschweig versetzt worden. Bevor er nach Holzminden kam war er in Harzburg. Die Braunschweigischen Anzeigen berichten am 5. Oktober 1865 das „Dem Postmeister Damköhler wurde die Verwaltung des Bahn- und Postamts in Holzminden übertragen“. Nun folgten als Postdirektoren Theodor Hörstel (1872–1876), Werner Persun (1877–1879), Otto Wirstorf (1880–1893) in seine Zeit fiel 1887 die Umwandlung in ein Postamt I. Klasse. Weitere Postdirektoren in Holzminden waren Carl Knackstedt (1894–1896), Martin Kesting (1897–1903) und Oskar Georgii (1904–1916).

1844 ging das einfache Ehrenzeichen an den Postillion Ludwig Kühne zu Holzminden.

Als nächste Quelle dienten die Braunschweigischen Anzeigen. Sie berichtete am 10. August 1865: „In Holzminden werden a) Courant bis 8 Lot und b) Papiergeld und sonstige Wertgegenstände bis 50 Taler und dem Gewicht bis 8 Lot zugestellt. Die Aushändigung wird im Quittungsbuch bescheinigt.“

Der berühmte Postler Rudolf Schottelius, (* 26. Juli 1816 in Braunschweig; † 31. März 1881 in Braunschweig) besuchte das Gymnasiums in Holzminden, danach trat er 1834 als Postschreiber in Wolfenbüttel seine erste Stelle an. 1848 wurde er Postinspektor und 1868 nach der Begründung des Norddeutschen Bundes Oberpostdirektor und Chef der Postinspection Braunschweig. Seiner Initiative schreibt man zu, dass Braunschweig Sitz einer kaiserlichen Oberpostdirektion wurde.

Poststempel von Fürstenberg
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Poststempel von Fürstenberg

Fürstenberg an der Weser

In Jahre 1747 ließ Herzog Carl I. im Schlosse eine Porzellanfabrik anlegen, was wahrscheinlich auch zur Einrichtung einer Post-Expedition führte.

In der napoleonischen Besatzungszeit unterstand die Postanstalt dem Post-Expediteur Lungershausen (1810–1813). Er erhielt einen Einzeiler, der bis 1854 in Gebrauch blieb. Ob er von dem im Bade erwähnten zweiten Einzeiler abgelöst wurde, ist eher zweifelhaft. Seit 1840 wurde gelegentlich das Datum handschriftlich beigesetzt.

Eine Conventions vom 1. November 1835 mit der Thurn und Taxisischen Post betraf den Postkurs Holzminden-Kassel über Lauenförde und Carlshafen.

Der Rechteckstempel mit Datum, Stern und Uhrzeit wurde 1853 eingeführt. Zur Entwertung der Postwertzeichen wurde der obligatorische Rostrautenstempel mit der Nummer „13“ geliefert.

Im Jahre 1878 wurde die Postexpedition in eine Postagentur umgewandelt.

Frühe Poststempel von Bevern
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Frühe Poststempel von Bevern

Bevern

Es ist anzunehmen, dass Bevern bereits seit 1743, mit der Einrichtung der Fahrpost von Braunschweig nach Holzminden, seine Postanstalt hatte. Briefe aus dieser Zeit haben einen handschriftlichen Ortsvermerk. Es wird sich um eine Briefsammlung gehandelt haben.

Die Briefsammlung hat auch in der Zeit des Königreichs Westfalen bestanden. Obwohl Bevern in der einschlägigen Literatur über Postanstalten im Königreich Westphalen nicht genannt wird. Allerdings ist aus dieser Zeit der Einzeiler bekannt. Nach der Vertreibung der Franzosen ging es mit gleichem Stempel weiter. Seit 1836 wurde handschriftlich das Datum in Ziffern nachgetragen.

In den Adressbüchern, seit 1833, wird eine Postwärterei unter dem Postwärter Friedrich Mönkemeyer (1833–1851) für Bevern angegeben.

Im General-Circular (90) vom 20. April 1850 wird berichtet, dass der Postwärter Mönkemeyer (1833–1850) zu Bevern gestorben ist, sein Nachfolger wurde Werkmeister August Uhden (1852–1873) als Postexpedient.

1852 erhielt die Post in Bevern den Rang einer Postexpedition. Bevern erhielt einen zweizeiligen Rechteckstempel. Seit 1856 sind die Briefmarken zusätzlich mit dem Rostrautenstempel mit der Nummer „3“ entwertet worden. Die Reichspost machte die Postexpedition im Jahre 1870 zu einer Postexpedition II. Klasse und wandelte sie 1874 in eine Postagentur um. Postagent war, wie bisher 1879 August Uhden, oder war das inzwischen der Sohn? Ihm folgte Hugo Uhden bis 1892 und Albert Stuckenberg. Einige umliegenden Ortschaften wurden durch Landbriefträger versorgt.

Frühe Poststempel von Ottenstein
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Frühe Poststempel von Ottenstein

Ottenstein

Seit wann eine Postanstalt in Ottenstein (Ort mit Amtsgericht) bestanden hat, konnte nicht ermittelt werden. Im Königreich Westphalen gehörte Ottenstein im Departement der Fulda zum Distrikt Höxter im Kanton Bodenwerder. Ab 1. September 1810, mit der Einverleibung Hannovers, kommt es in das Departement der Leine und gehörte zum Kanton Rinteln. Es hat hier eine Postexpedition unter dem Posexpediteur Wilke (1810–1812) gegeben. Stempel aus dieser Zeit sind nicht bekannt.

Neben Briefen mit Ortsvermerk gab es den Schreibschrift-Stempel mit und ohne Rand. Zwischen 1834 und 1843 wurde handschriftlich das Datum vermerkt. 1845 gab es den Zweikreisstempel mit Datumsstrich, bei dem auch das Datum handschriftlich eingefügt werden sollte. 1859 kam der Zweikreisstempel mit Datum, Jahreszahl und Uhrzeit. Die Briefmarken wurde mit dem Rostrautenstempel mit der Nummer „34“ entwertet.

In den Adressbüchern (ab 1833) werden bis 1871 Postexpedienten aufgeführt. 1872 wurde die Postanstalt unter dem Postexpedienten und dann Postagenten Ludwig Beißenhirtz (1871–1893) in eine Postagentur und 1897 in eine Postverwaltung umgewandelt. Postverwalter war August Meiburg (1897–1916).

Im Circular 82 vom 13. Oktober 1862 wurde der Landbotendienst in den Bezirken der Postanstalten zu Ottenstein und Hehlen geregelt.

Frühe Poststempel von Hehlen
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Frühe Poststempel von Hehlen

Hehlen (Bodenwerder)

Eine Postexpedition erhielt Hehlen zum 1. November 1862, Postexpedient war der Kaufmann Ludwig Zeidler (1862–1870) und Heinrich Böker, (1871).

Umgewandelt 1872 in eine Postagentur, Postagenten waren Heinrich Böker (1872–1889), Werner Böker (1890–1892), Carl Sagebiel (1893–1896) und Wilhelm Sagebiel (1897–1916). Sie verwendeten den Zweikreisstempel mit Datum, Jahr und Uhrzeit. Zur Entwertung der Postwertzeichen verwendete man den Rostrautenstempel mit der Nummer „26“ der früher in Immendorf gebraucht worden war.

Stadtoldendorf

Frühe Poststempel von Stadtoldendorf
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Frühe Poststempel von Stadtoldendorf

Die 1743 eingerichtete Fahrpost von Braunschweig nach Holzminden fuhr auch durch Stadtoldendorf, um diese Zeit dürfte es ein Postwärteramt gegeben haben. Briefe mit handschriftlicher Ortsangabe sind bekannt.

In der Westphälischen Zeit gehörte Stadtoldendorf zum Departement der Leine, zum Distrikt Einbeck, zum Kanton Stadtoldendorf, In der Stadt gab es eine Postexpedition unter Leitung des Expediteurs Meyer (1810–1813). Er verwendete den Einzeiler Stadt – Oldendorf. Auch ist ein Stempel „FRANCO“ bekannt geworden.

Seine Nachfolger nutzten den Einzeiler noch bis 1852, wobei sie handschriftlich das Datum dazu setzten. Außerdem wurde, ab 1839, ein Einkreisstempel mit einem Datumstrich in der Mitte verwendet, bei der das Datum von Hand eingetragen werden musste. Ab Mai 1851 verwendete man blaue Stempelfarbe.

Seit 1849 wurden, von Stadtoldendorf aus, Negenborn und Golmbach mit Post versorgt, wie des General-Circular uns wissen lässt.

1856 ist ein Rechteckstempel in Gebrauch genommen worden.

Die Braunschweigischen Anzeigen vom 5. Oktober 1865 berichten von der Umbenennung der Postexpedition in das Bahn- und Postamt Stadtoldendorf unter dem Postassistenten Fritsche. Im gleichen Jahr kam der Zweikreisstempel mit Datum, Jahr und Stunden sowie ein Zweizeiler „Ausgeliefert/Datum“ und ein Rechteckstempel „Aus dem Briefkasten“ in Gebrauch gewesen. In den Braunschweigischen Anzeigen vom 24. März 1866 heißt es: „In der Gemäßheit eines Recripts der Herzoglichen Staatsministeriums vom 2. d. Monats ist die Verwaltung des Bahn- und Postamts Stadtoldendorf dem Bahn- und Postexpedienten Lüddecke, einem Postassistenten, vorübergehend übertragen worden“. Wenige Monate später am 25. Juli wird, per Gesetz, die Post zum Bahnhof verlegt. Anfang 1867 wird die Personenpost zwischen Eschershausen und Vorwohle – Bahnhof – aufgehoben und an deren Stelle eine Local-Personenpost zwischen Eschershausen und Stadtoldendorf eingerichtet.

In den Adressbüchern wird Hermann Bock (1850–1874) seit 1850 als Posthalter genannt. Er ist für die Pferde zuständig. Der Wagenmeister Carl Stümpel (1866–1874) unterstützt ihn ab 1866 dabei.

Frühe Poststempel von Amelunxsborn
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Frühe Poststempel von Amelunxsborn

Kloster Amelungsborn

Im Klostergut Amelunxborn gab es 1825 eine Postwärterei, als Postwärter wird Bernhard Kuhlmann genannt. Als er starb, wurde die Postwärterei am 1. Oktober 1842 geschlossen (Circular 44).

Vom 1. Oktober 1847 bestand eine Postsammelstelle für die örtliche Correspondenz. Die Postversorgung erfolgte über den Austausch der Posttaschen mit der durchfahrenden Postkutsche zwischen Eschershausen und Stadtoldendorf. Zwischen 1846 und 1849 hat wieder eine Postwärterei bestanden.

Die erforderliche Ortsangabe auf den Briefen erfolgte zwischen 1830–1834 handschriftlich mit „Amelungsborn“ (mit g). Ab März 1843 ersetzte ein Zweizeiler „Amelunxborn/Datum (Tag in Ziffern, Monat in Buchstaben“ den handschriftlichen Vermerk auf den Briefen. Ob es ein Poststempel ist, kann bezweifelt werden. Er findet sich auch auf Wegegeldquittungen. Von 1835 bis 1840 wurde auf den Briefen wieder handschriftlich „Amelungsborn“ vermerkt. Von 1840 bis 42 ist ein Einkreisstempel „Amelunxsborn“ mit Datumstrich bekannt. Das Datum ist wahrscheinlich nie ausgefüllt worden, der Abschlag ist meist unsauber. Ab 1843 wurde wieder handschriftlich der Ortsvermerk „Amelunxborn“ (mit x) angebracht, teilweise erhielten die Sendungen zusätzlich noch den Poststempel von Eschershausen.

Frühe Poststempel von Escherhausen
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Frühe Poststempel von Escherhausen

Eschershausen

Für Eschershausen wird erstmals 1686 von einer Poststation der von den Thurn und Taxis betriebenen Kaiserlichen Reichspost berichtet, die bis 1790 Bestand gehabt haben soll (Schrader). Eine 1743 eingerichtete Fahrpost von Braunschweig nach Holzminden über Seesen, Gandersheim und Eschershausen diente der Postversorgung, auch der Orte ohne Postanstalt. Seit 1804, also vor der westfälischen Besatzungszeit (1808–1813) bestand in Eschershausen eine Postanstalt. Hier wurden die Briefe eingesammelt und der durchfahrenden Post mitgegeben. Bei der westfälischen Post-Expedition war der Expediteur Knulle bis 1810 Postdirektor. Nachfolgerin in der Post-Expedition war die Witwe Knulle. Die wiederum wurde 1813 vom Sohn abgelöst.

In der nunmehr wieder braunschweigischen Postexpedition folgten der Postmeister Stolle (1813–1817), Johann Friedrich Carl Seulcke (1817–1828), von Aurich (1828–1833) und von Friedrich Rosenstern, gleichzeitig Bürgermeister (1833–1872) im Amt. In seiner Zeit wurde die Postanstalt 1838 in eine Postverwaltung, 1855 in eine Post-Expeditionen und 1856 wieder in eine Postverwaltung umgewandelt.

Vom 1. Januar 1866 wird die Personenpost zwischen Eschershausen und Vorwohle – Bahnhof – aufgehoben und an deren Stelle eine Local-Personenpost zwischen Eschershausen und Stadtoldendorf eingerichtet. Von Eschershausen aus versorgen Landbriefträger seit Juni 1867 Holtensen, Scharfoldendorf, Lüerdissen, Dielmissen, Westerbraak, Kirchbraak und Oelcassen sowie nach Breitenkamp und Heinrichshagen. In der Zeit der Norddeutschen Bundespost wurde die Postverwaltung Escherhausen 1868 in eine Post-Expedition umgewandelt.

Neben den frühen handschriftlichen Ortsvermerken ist ab 1809 ein Einzeiler gefunden worden, ein weiterer Einzeiler ist ab 1821 bekannt. Beide Stempel tauchen auf Briefen bis 1848 auf. Seit 1823 wurde das Datum meistens handschriftlich eingetragen. 1849 erhielt Eschershausen einen Zweikreisstempel mit Datumstrich, hier war das Datum von Hand einzutragen. 1856 erhielt Eschershausen den Rostrautenstempel mit der Nr. „12“ .

Im Adressbuch sind, zwischen 1891 und 1898, auch die Posthalter aufgeführt. Es waren dies die Herren Jürgens (1891), Kasse (1892–1893), Wilhelm Weidemann (1893–1894), August Müller (1893–1898), Schaper (1893), Weidemann, Hermann (1896), Carl Kese (1895–1897) Hermann Spinting (1898), Friedrich Schrader (1833–1850), Friedrich Peters (1833–1870), Lüdde, genannt Könnecke (1840), Theodor Wichmann (1884–1897) August Wichmann (1898–1900).

Weitere Hinweise auf die Posthalterei finden sich im General-Circular der Braunschweigischen Post, so ging 1839 die “Verleihung einer Ehrentrompete an den Postillion August Peters auf der Station Eschershausen betr. indem er bescheiden ist, nüchtern lebt, nicht nur die vorgeschriebenen Postsignale, sondern auch noch andere Stücke rein und richtig bläst, sich stets sauber kleidet und im Fahren sehr geübt ist. Ehrentrompete mit silbernem Mundstück und Kette mit der Aufschrift: „Zur Belohnung von Herzoglicher Post-Direktion“, sodann in einer Hornschnur, welche außer in den gewöhnlichen Landesfarben auch mit Silber durchflochten ist und silberne Quasten hat."

1842 ging das zweifache Ehrenzeichen und ein Geschenk von 10 Rthlr. wieder an August Peters. Damit nicht genug, erhielt er seit 1844 das dreifache Ehrenzeichen mit einer monatlicher Zulage von 1 Thl. Die erhielt er noch als er 1847 wegen Dienstunfähigkeit bereits pensioniert war. Zum 1. Januar 1848 wurde ihm eine lebenslängliche Gnaden-Pension bewilligt. Seit 1854 werden die Landbriefträger aufgeführt, die Briefe und kleine Pakete in die umliegenden Landorte ohne Postanstalt austrugen.

Die Braunschweigischen Anzeigen berichten am 28. Dezember 1866, dass „vom 1. Januar an die Personenpost zwischen Eschershausen und Vorwohle – Bahnhof – aufgehoben und an deren Stelle eine Local-Personenpost zwischen Eschershausen und Stadtoldendorf eingerichtet“ wurde.

„Von Eschershausen versorgen die Landbriefträger Holtensen, Scharfoldendorf, Lüerdissen, Dielmissen, Westerbraak, Kirchbraak und Oelcassen sowie nach Breitenkamp und Heinrichshagen“, schreiben die Braunschweigische Anzeigen vom 18. Juni 1867.

Westphälischer Stempel von Wickensen
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Westphälischer Stempel von Wickensen

Wickensen

Die von den Thurn und Taxis betriebene Kaiserliche Reichspost verfügte bereits 1764 über eine Fahrpost von Braunschweig über Gandersheim 1 -Greene 1 – Wickensen bis Holzminden. Um diese Zeit wird in Wickensen eine Postwärterei eingerichtet worden sein.

In der Zeit des Königreichs Westphalen gehörte Wickensen zum Departement der Leine zum Distrikt Rinteln. Im Almanach Royal eine Postexpedition genannt, Expediteur war Mittendorf (1810–1813), er verwendete einen Einzeiler. Nach den Befreiungskriegen wurde die Postexpedition bereits am 5. August 1817 aufgehoben. Die Postversorgung wird von Eschershausen übernommen.

Frühe Poststempel von Halle an der Weser
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Frühe Poststempel von Halle an der Weser

Halle an der Weser

Die Straße zwischen Einbeck – Eschershausen – Hameln führt auch über Halle an der Weser. Auf dieser Straße verkehrte seit 1777 ein Extrapost.

Halle im Königreich Westphalen, im Departement der Leine im Distrikt Einbeck wird im „Verzeichnis aller westfälischen Postbüros“ vom 19. Oktober 1810 als Postexpedition aufgeführt. Der im Bade noch aufgeführte Einzeiler ist kein Stempel von Halle an der Weser sondern von Halle in Westfalen.

Das General-Circular der Braunschweigischen Post berichtet am 24. März 1850 von der Errichtung einer Post-Expedition zu Halle a. d. Weser. „zum 1.4. c dem Kaufmann Godelmann übertragen.“ Dieser Name wird auch bis 1875 in den Adressbüchern als Eduard Godelmann (1850–1875) genannt. Die „Braunschweigische Anzeigen“ berichten am 18. Juni 1867, dass die Landbriefträger von Halle an der Weser nach Kriepke, Heyen (Fährhaus) Thran, Linse und Buchhagen sowie nach Dohnse, weiter nach Hunzen und Tuchfeld und nach Wegensen gehen.

Zwischen 1863 und 1885 wird noch der Posthalter Ludwig Hundertmark im Adressbuch genannt, es wird hier eine Poststation zum Pferdewechsel gegeben haben.

Seit der Eröffnung 1850 ist ein Zweikreisstempel mit Ortsangabe Halle A/Weser”, bei dem das Datum handschriftlich einzutragen war bekannt. Ab 1854 wird ein Rechteckstempel mit Datum und Uhrzeit angeschlagen. Zur Entwertung der Postwertzeichen verwendete man den Rostrautenstempel mit der Nummer „18“ Als Leiter der Poststelle wird 1876 wieder Eduard Godelmann, diesmal als Postverwalter, (1876–1884) aufgeführt. Auch in der Postagentur, in die die Poststelle umgewandelt wurde, war ein Eduard Godelmann (1885–1895), diesmal als Postagent. Ob hier nicht der Sohn auf den Vater gleichen Namens gefolgt ist? Sein Nachfolger war Hermann Kleinhaus (1896–1916) als Postverwalter, 1912 zum Postsekretär ernannt.

früher Stempel von Bisperode
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früher Stempel von Bisperode

Bisperode

Bis zur Eröffnung einer Postexpedition in Bisperode am 1. Juli 1867 wurden die Sendungen über Halle an der Weser oder von Eschershausen besorgt. Sendungen ins hannöversche auch schon mal im Hannöverschen Postamt Lauenstein, 7-8 km über den Ith hinweg, aufgegeben. Postexpedienten waren Herr Schünemann (1868–1869) und Friedrich Feuerhacke (1870–1871).

Seit 1867 geht der Landbriefträger Stäbe von Bisperode nach Neuhaus, Harderode, Wellihausen und Bremke und das bis 1880. Wegen der kurzen Laufzeit bis zum Norddeutschen Postbezirk ist der Zweikreisstempel sehr selten. Den für alle Braunschweigischen Postanstalten obligatorischen Rostrautenstempel hat Bisperode nicht mehr erhalten.

1872 wurde die Postexpedition in eine kleinere Postagentur umgewandelt, die auch nur bis 1880 bestand hatte. In dieser Zeit tat Friedrich Feuerhacke Dienst bei der Reichspost.

Frühe Poststempel von Mainholzen
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Frühe Poststempel von Mainholzen
Frühe Poststempel von Vorwohle
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Frühe Poststempel von Vorwohle

Mainzholzen und Vorwohle

An der Straße von Gandersheim – Stadtoldendorf und Holzminden gelegen erhielt Mainzholzen 1854 eine Postwärterei. Die Umwandlung in eine Postexpedition erfolgte zum 1. August 1857. Postwärter und dann Postexpedient war August Bretthauer (1854–1865). Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Kreiensen – Holzminden ging am 10. Oktober 1865 die Postversorgung an die neu eröffnete, mit der dortigen Eisenbahnstation combinierte Postanstalten, in Vorwohle über. Postmeister waren Carl Schmalz (1865–1866) und Wilhelm Sölter 11 (1866–1870). Es gab soviele Sölter dass eine Nummer angehängt werden musste. Gefolgt vom Bahn-Expedienten Notbohm (1871–1872) und dem Bahn-Assistenten Steinmeyer (1873).

In Mainholzen war der Rechteckstempel mit Zahlendatum, Stern und Halbtagsanzeige in Gebrauch. Zur Entwertung der Postwertzeichen verwendete man den Rostrautenstempel mit der Nummer „49“. Vorwohle übernahm diesen Stempel. Daneben kam in Vorwohle der Zweikreisstempel mit Datum, Jahreszahl und Uhrzeit zum Einsatz. Der Siegelstempel von Vorwohle ist erhalten geblieben.

In der Folgezeit wurde die Post in Vorwohle 1874 in eine Postagentur umgewandelt. Postagenten waren Heinrich Beulhausen (1874–1879), Carl Seumenicht (1880–1882), Hermann Schmidt (1883–1888), August Hartmann (1889–1892) und August Arnecke (1892–1900).

Ab 1900 wurde die Post in Vorwohle als Postverwaltung weitergeführt. Als Postverwalter waren Ernst Knabe (1901–1906), Alwin Bauke (1907–1915), und ab 1916 Heinrich Dörries im Amt.

Siehe auch

Literatur

  • Henry Bade: „333 Jahre Braunschweigische Post, 1535–1867“. Karl Pfankuch & CO, Braunschweig, 1960. Hierher stammen auch die Stempelabbildungen.
  • Hans-Joachim Anderson: „Die Bezeichnung der Poststempelformen“. Düsseldorf 1970, Poststempelgilde „Rhein-Donau e. V.“ (Der Versuch des Bundes Deutschen Philatelisten eine Einheitlichkeit in den Stempelbeschreibungen zu erreichen)
  • Handbuch über das Königreich Westphalen“, Halle, bey Hemmerde und Schwedtschke, 1808
  • Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Westphalen“, Hannover, bei der Gebrüdern Hahn, 1811
  • Werner Steven: „Inhaltsübersicht der postalisch relevanten Braunschweigischen Ciculare, Gesetze und Verordnungen von 1807 bis 1867“. Rundbrief Nr. 58, Arbeitsgemeinschaft Braunschweig und Hannover im Briefmarken-Club Hannover, April 2004
  • Werner Steven: „Verzeichnis der Postanstalten und deren Personal im Bereich des Herzogtums Braunschweig, 1811–1916“. Gesellschaft für Deutsche Postgeschichte e. V. Bezirksgruppe Braunschweig/Hannover. Heft 13 der Postgeschichtliche Blättern, 1992.

Einzelnachweise

<references />

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