Pro Juventute

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pro juventute (lat. Für die Jugend) ist eine seit 1912 existierende, in der Schweiz ansässige Stiftung. Sie ist privat und unabhängig. Seit dem Gründungsjahr finanziert sich die Stiftung mit dem Verkauf von Wohltätigkeitsmarken, aber auch durch Spenden, Legate und Beiträge der öffentlichen Hand. Die Wohltätigkeitsmarken erscheinen einmal jährlich in Serien zu vier Stück.

Geschichte

Die Stiftung Pro Juventute wurde 1912 von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft gegründet. Mitgründer und lebenslänglicher Präsident der Stiftungskommission (bis 1958) war Ulrich Wille junior, Sohn des gleichnamigen Generals von 1914-1918. Ulrich Wille junior ging vor allem wegen seiner nazifreundlichen Einstellung in die Geschichte ein. Von Anbeginn an sass mindestens ein Bundesrat (Mitglied der Schweizer Regierung) im Stiftungsrat der Pro Juventute. Bei der Gründung waren es die Bundesräte Arthur Hoffmann und Giuseppe Motta. In neuester Zeit, insbesondere seit der Reduktion des Stiftungsrats von 60 auf 11 Mitglieder im Jahr 2004, ist der Pro-Juventute-Stiftungsrat allerdings nicht mehr so prominent besetzt. Die ersten Projekte nach Gründung der Stiftung im Jahre 1912 befassten sich mit der Bekämpfung der Tuberkulose bei Kinder und Jugendlichen. Um diese Projekte zu finanzieren erhielten sie eine Erlaubnis von der Schweizer Post nicht frankaturgültige Briefmarken an den Postschaltern verkaufen zu lassen, deren Erlöse der Stiftung zufließen. Auf Grund des fehlenden Frankaturwertes wird diese Ausgabe meist als Vorläufer der Pro-Juventute-Marken angesehen. Trotzdem kommen diese Marken häufig auf Briefen in Verbindung mit gewöhnlichen Freimarken vor. Die Briefmarken trugen keinen Landesnamen, jedoch die Inschrift „Viel Sonnenschein im neuen Jahr“ sowie die Angabe Verkaufspreis von 10 Rappen. Es wurde eine deutsche, französische und italienische Variante ausgegeben. Als Motiv wurde eine Kindergruppe gewählt.

Bild:Pro-juventute-1913.jpg
Erste frankaturgültige Pro-Juventute-Marke vom Jahr 1913

Da die erste Briefmarkenausgabe der Pro Juventute sehr erfolgreich war, entschloss man sich bereits im folgenden Jahr 1913 eine frankaturgültige Pro-Juventute-Marke auszugeben. Diese Wohltätigkeitsmarke mit dem Bildnis der Helvetia hatte einen Frankaturwert von 5 Rappen zu sowie einen Aufschlag von weiteren 5 Rappen, die der Pro Juventute zuflossen. Insgesamt wurden 3.310.000 Stück verkauft. In den nächsten Jahren wurden bald ganze Pro-Juventute-Sätze mit mehreren verschiedenen Pro-Juventute-Marken ausgeben. Während des Ersten Weltkrieges widmete sich Pro Juventute mit ihren Erlösen aus den Briefmarkenverkäufen vor allem der Bekämpfung von kriegsbedingten Nöten.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges, ab dem Jahre 1919, bietet die Stiftung Ferien für Kinder an und Kuraufenthalte in Sanatorien, wie beispielsweise im Kindersanatorium Davos. Auf Anregung von Bundesrat Giuseppe Motta gründet Pro Juventute 1926 das „Hilfswerk Kinder der Landstrasse“, welches, am heutigen Strafrecht gemessen, einen Völkermord an den Jenischen betrieb.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernimmt die Stiftung die Mittelbeschaffung für das Kinderdorf Pestalozzi im Jahre 1945. Im 50. Bestehungsjahr, 1962, wird das Familienferiendorf „Bosco della Bella“ in Betrieb genommen. Nach Vorwürfen der Zeitschrift „Der Schweizerische Beobachter“ und der Einsetzung einer Fachkommission leitet die Stiftung 1972 die Auflösung des "Hilfswerkes Kinder der Landstrasse" ein.

Philatelie

Die Pro-Juventute-Marken sind, vor allem bei Schweizer Philatelisten, ein beliebtes Sammelgebiet. Sie werden meist als gewöhnliche Freimarken, seltener separat, gesammelt. Vor allem einige ältere Ausgaben erzielen auf Grund ihrer Seltenheit höhere Preise. Die Pro-Juventute-Marken wurden meist mehrere Jahre lang hindurch zu einem bestimmten Thema ausgegeben, so dass zusammen große Sätze, wie die Schweizer Kantonswappen, bilden.

Weblinks

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