Rayon-Stempel

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Rayon-Stempel
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Rayon-Stempel

Die Rayon-Stempel verdanken ihre Einführung einer Postkonvention zwischen Thurn und Taxis und Frankreich vom 14. Dezember 1801. Sie war Anlass zur Schaffung der ersten amtlichen Postaufgabestempel der Thurn-und-Taxis-Post.

Es gab in Deutschland schon vorher Poststempel, „was vorher bloß aus praktischen Rücksichten von einzelnen Postämtern geübt worden war, ist nunmehr durch eine amtliche Verfügung festgelegt worden“, so ein Zeitgenosse.

 Französische Stempel in den besetzten Gebieten
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Französische Stempel in den besetzten Gebieten

In Frankreich gab es Stempel mit dem Ortsnamen und der Nummer des Departements. In den von Frankreich besetzten Gebieten kamen zwei- oder dreizeilige Departements-Poststempel der französischen Post, meist in schwarz, zur Einführung.

Postgeschichte

Nach dem Einmarsch französischer Truppen versuchte der Fürst von Thurn und Taxis, möglichst viel von seinem Postreich zu retten.

Die Bedingungen waren günstig. Frankreich musste an dem geregelten Postbetrieb der Reichspost, mit ihren eingearbeiteten Beamten und bewährten Postlinien, im besetzten Lande gelegen sein. Der Thurn- und Taxis-Verwaltung wurde das Postwesen für das ganze Westdeutschland von der Elbe bis zur Nordsee, mit Ausnahme der vorerst postalisch selbständigen Gebiete Braunschweig, Sachsen und Oldenburg, und ferner die süddeutschen, hessischen, badischen, württembergischen und bayerischen Länder, soweit der Postbetrieb in Frage kam, in die Hände gegeben.

 Rayon-Einteilung
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Rayon-Einteilung

Auf Grundlage der Convetion war Deutschland in 4 Rayons, Frankreich in 5 Rayons eingeteilt. Daraus ergab sich ein Posttarif, der nach Entfernungen und Gewicht ausrechenbar war.

Für Briefe von und nach Frankreich bestand kein Freimachungzwang. Frankiert werden konnte sowohl das diesseitige Reichsporto bis auf eines der Grenzpostämter, als auch das französische Porto vom Grenzpostamt bis zum Bestimmungsort.

Es gab Sonderregelungen für Briefe direkt an die Grenzpostorte. Es gab Grenzpostämter, auf französischer Seite in Straßburg, Worms, Mainz, Koblenz, Köln und Neuß, und auf deutscher Seite Kehl, Mannheim, Kassel, Thal-Ehrenbreitstein, Deutz und Düsseldorf.

Sendungen mit dem Vermerk ‟Chargé” mussten freigemacht werden und kosteten das Doppelte der freigemachten Briefe nach Frankreich. Dafür zahlte die Post, in beiden Richtungen, für jeden verlorengegangenen eingeschriebenen Brief 50 Franken.

Jeder Brief, jedes Paket, jede Warenprobe, jede Zeitung oder Drucksache, musste abgestempelt werden. Bei eingeschriebenen Briefen kam zum Ortsstempel mit dem Zusatz des zugehörigen Rayons der Stempel P. P. = Porte payé. Für nicht freigemachte Sendungen genügte der Rayon-Ortsstempel. Die wenigen bereits vorhandenen Einzeiler-Stempel, mit dem Ortsnamen waren wohl auf Veranlassung der Postvorsteher größerer Orte an den Postlinien seit etwa 1740 angefertigt worden, um die Abfertigung zu erleichtern. Die thurn- und taxissche Postverwaltung nahm nun zunächst diese Stempelform, den Einzeiler, auf und setzte ihm die vorgeschriebene Rayonbezeichnung entweder vor oder nach und schuf so ein, ganz neuartiges, aber praktisches Stempelbild, das allen Anforderungen des Vertrages genügte.

Der Arbeitsablauf war folgender: Vor Abgang der Post (meist 3 Stunden vorher) wurden keine Briefe mehr angenommen. Die Briefe wurden sortiert, nummeriert und, nach ihren Klassen, jeder besonders in die Charte eingetragen, d. h. Name und Ort des Empfängers (nicht auch des Absenders), Porto, Franko-Porto, Auslage-Porto, Nummer des Briefes. Diese Charte wurde doppelt geschrieben (in der Preußischen sogar dreifach). Ein Exemplar blieb bei dem Postamt, das andere wurde in das Briefpaket gelegt für dasjenige Postamt, welches dieses zu öffnen hat. Bei Ankunft des Paketes mussten die darin enthaltenen Briefe erst nach den Nummern und Adressen mit dem beiliegenden Verzeichnis genau verglichen werden. Dazu waren auf Hauptpostämtern wenigstens drei Personen erforderlich."


Diese Stempel wurden nach der Vertreibung der Franzosen zurückgezogen. Zunächst übernahm die Thurn und Taxissche Postverwaltung den Postbetrieb in den rheinischen Landen (1814-1816). Sie entfernte vielfach die Nummern aus den Departements- oder den Rayonstempel oder führte neue Zeilenstempel ohne Datum ein.

Siehe auch

[Napoleonische Zeit in Deutschland

Postgeschichte des Rheinischen Bundes, Rayon-Stempel, Napoleonische Post in Norddeutschland

Die rechtsrheinischen Departemente

Département der Rur (Roer) Département Rhein Mosel (Rhin et Moselle) Département der Saar (Sarre) Département des Donnersberg (Mont-Tonnerre)

Die linksrheinischen Départemente

Département der Wälder (Forêts)

Die niederländischen Départemente

Département der Ysselmündung (Boches de Iýssel) Département der West-Ems (Ems Occidental) Département der Oberyssel (l´Supérieur) Département der Ost-Ems (l´Ems Oriental)

Die Hanseatischen Département

Département der Elbmündung (Bouches de l´Elbe) Département der Wesermündung (Bouches du Weser) Département der Oberen Ems (l´Ems Supérieur) Département der Lippe (de la Lippe)

Königreich Westphalen

Königreich Westphalen Königreich Westphalen Einteilung Postgeschichte des Königreichs Westphalen

Département der Elbe (de l´Elbe) Département der Fulda(de la Fulde) Harz Département (du Harz) Département der Leine ( de la Leine) Département der Oker (de l´Oker) Département der Saale (de la Saale) Département der Werra (de la Werra) Département der Weser (du Weser) Département der Aller (de l´Aller) Département der Niederelbe (de Ilmenau) Département der Elbe- und Weser-Mündung (Bouche der Elbe et du Weser / Nord-Département)

Großherzogtum Berg

Postgeschichte des Großherzogtum Berg Département des Rheins Département der Sieg Département der Ruhr Département der Ems

Literatur

  • Klüber; Johann Ludwig: “Das Postwesen in Teutschland, wie es war, ist und sein könnte”, Erlangen 1811
  • Friedrich Wilh. Thalmann: ‟Die deutschen Rayonstempel ab 1802 und ihre Entstehung”, in der Zeitschrift ‟GERMANIA-BERICHTE”, 1928/29
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