Schwedische Post in Deutschland

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Nach einer kurzen Geschichte der Schwedischen Militärpost behandelt der Beitrag die Einrichtung und Unterhaltung schwedischer Postanstalten in Deutschland, und deren der Einfluss, so wie die Vorbereitung zur Gründung einer geregelten Post in Schweden.

Inhaltsverzeichnis

Vorbetrachtungen

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen der Militärischen Post, bei der es um Dienstangelegenheiten des Heeres oder der Marine geht, und der Feldpost, die sich um die Post der Wehrpflichtigen mit ihren Angehörigen bemüht.

Regimentsstempel
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Regimentsstempel
Schlingenbriefe
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Schlingenbriefe
Freibriefe in Dienstangelegenheiten
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Freibriefe in Dienstangelegenheiten
Kronen-stempel
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Kronen-stempel

Das Militär beförderte die Sendungen der Regimenter (Kompanien) mit Kurieren oder Ordonanzen in einem Umkreis von etwa 20 km. Sie wurden bei der Armee, durch Soldaten, bei der Cavalerie durch Reiter oder bei der Marine durch Bootsmänner, und das häufig zu geregelten Zeiten, befördert.

Für die Militärische Dienstpost gilt, zumindest im Inland, die Portofreiheit. Dazu war ein besonderer Hinweis auf der Sendung notwendig. Den Anfang machten die sog. Schlingenbriefe, handgezeichnete drei Kronen auf der Adressseite, oder ein Kronenstempel. Diese Briefe gibt es auf königlichen als auch auf Militärpostsendungen. Um Briefe als besonders eilig zu kennzeichnen, wurden Federn aufgeklebt, die sog. Federbriefe, oder es wurden Bemerkungen angebracht wie: ‟ohne 1 Minute Aufenthalt”, ‟befördern bei Tag und Nacht”, ‟FORT-FORT” ‟Express”, ‟Schnellpost”, ‟Extrapost” oder ‟Haste”. Eine Feldpost gab es noch nicht.

Vorgeschichte

Urkunden über die ersten Einrichtungen einer Post in Schweden sind durch einen Reichstagsbeschluss und zur Krönung von Gustaf Wasa 1523 bekannt. Diese Einrichtungen waren zunächst nicht öffentlich, sie dienten lediglich zur Beförderung der ‟Königsbriefe” und amtlicher Schreiben der Regierung und des Militärs. Man bediente sich der Kuriere und Posten wie sie in Provinzen oder Distrikten bestanden.

Nach einer Vorschrift vom 19. Juni 1694 wurden die wehrfähigen Männer in Schweden und Finnland, das lange Zeit zu Schweden gehörte, durch mündliche Botschaften im Angriffs- oder Verteidigungsfalle einberufen. Bekannt sind ‟Botenstäbe” die mit einem Seil umwickelt waren. Sie dienten als Beweis für die Vertrauenswürdigkeit des Boten. War das Seil unten angebrannt, versprach es dem Wehrpflichtigen, dass man ihn aufhängen würde, käme er der Einberufung nicht nach. Darüber berichtet der Erzbischof Olaus Magnus.

Später kamen Feuerzeichen zum Einsatz. Brennende Holzstapel riefen die wehrpflichtigen Männer zum Krieg oder zur Verteidigung. Natürlich gab es auch militärische Dienstbriefe, die natürlich portofrei befördert wurden. Man bediente sich eigener Kuriere aber auch der gewöhnlichen Postlinien.

1389 wurde die Königsmacht in Dänemark, Norwegen und Schweden durch Erbschaften und Heiraten unter der Regentschaft der dänischen Königin Margarethe I. (* 1353, † 28. Oktober 1412) vereint. Sie gründete den skandinavischen Reichsverbund, die Kalmarer Union (1397–1523). Während dieser Zeit fanden einige Angriffe von Schwedisch-Karelien nach Ingermanland und Ladoga-Karelien statt.

Im Jahr 1523 wurde Gustav I. Wasa zum schwedischen König gewählt.

Durch den Bürgerkrieg in Russland konnte Schweden die Kontrolle über Estland erlangen.

Der Kalmarkrieg von 1611 bis 1613 bezeichnet einen militärischen Konflikt zwischen den Königreichen Dänemark und Schweden. Im Frieden von Knäred, im Januar 1613 musste Schweden die Finnmark an Dänemark abtreten. Im Frieden von Roskilde kam 1658 das heutige Südschweden inklusive dem wichtigen Schonen zu Dänemark.

Die Truppen Gustaf II. Adolf führten erst gegen Dänemark, dann gegen Polen Krieg. 1626 verschob sich der Krieg nach Westpreußen. Schließlich wurde Reichskanzler Axel Oxenstierna zum Generalgouverneur von Westpreußen ernannt. Die Briefe nach und aus Elbing gingen über die Hafenstadt Pillau am friesischen Haff nach Stockholm.

Vor 1628, als die Ordananzen von Axel Oxenstierna zwischen Schweden und Deutschland liefen bzw. ritten um Nachrichten vom Geschehen und Befehle zu übermitteln, gab es noch keine organisierte Feldpost.

Der Dreißigjährige Krieg

Der Postreiter verkündet den Westfälischen Frieden
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Der Postreiter verkündet den Westfälischen Frieden

König Gustav II. Adolf schaltete sich 1630 aktiv in den Dreißigjährigen Krieg ein. Ein Jahr später hatte er Sachsen besetzt und seine Truppen stießen bis Frankfurt vor. 1632 eroberten die Schweden sogar Augsburg. Drei der größten Postämter Leipzig, Frankfurt und Augsburg, gehörten nun in ihren Machtbereich. König Gustav II. Adolf fiel 1632 in der Schlacht bei Lützen. Der Schwedische Reichskanzeler Axel Oxenstierna übernahm die Leitung der Politik. Im westfälischen Frieden von 1648 erlangt Schweden große Küstengebiete auf dem Boden des Kaiserreiches.

Als der König im Juni 1630 mit seinem Heer in Norddeutschland landete, brauchte er einen funktionierenden Postdienst zu seinem Reichskanzler in Elbing und natürlich zu seinen höheren Offizieren.

In dieser Zeit lief der Briefwechsel zwischen dem schwedischen König und seinen Oberbefehlshabern in wichtigen Angelegenheiten über eigene Kuriere. Briefe, allgemeinen Inhalts oder mit den Unterbefehlshabern, denen kleiner Truppenverbände unterstanden, liefen auch über die gewöhnliche, meist der Reichspost. Briefe von Soldaten werden nur selten dabei gewesen sein, schließlich konnten die meisten damals kaum lesen und schreiben. Feldpostanordnungen, für Wehrpflichtige, gab es noch nicht.

Schwedens südliche Provinzen Skåne (Schonen) war noch dänisch, daher lief der größte Teil der Post per Segelschiff von den norddeutschen Häfen nach Kalmar oder Stockholm. Nur wenn Eis die Ostsee versperrte war der Landweg, um der Bottnischen Meerbusen, wenn möglich aber über die Åland-Inseln, erforderlich.

Es gab seit 1613 in Hamburg einen schwedischen Postmeister. Seine Aufgabe war es, die schwedischen Briefe auf die bestehenden deutschen Postwegen zu leiten bzw. in Empfang zu nehmen. Zu Zeiten des 30jährigen Krieges lief viele schwedische Post über diese Verbindung. Das schwedische Postamt in Hamburg bestand bis 1869.

Um den Entwurf für eine Verfassungsreform in Schweden, die die Nachfolge der favorisierten Tochter Christiana von König Gustaf II Adolf als Königin zu sichern, zu befördern wurde sicher ein staatlicher Kurier abgeordnet.

Feldpostamt Leipzig

Nach der Schlacht bei Breitenfeld schrieb der König am 17. September 1631 an den Kurfürsten Johann Georg I von Sachsen, dass er es für notwendig halte, zwecks Unterhaltung von Postverbindungen zwischen ‟Vns Vnserem Königreich Landen Vnd Garnisonen Vnd unserm Hauptquartier” einen schwedischen Postmeister zu Leipzig einzusetzen.

Siegel des Andreas Wechel
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Siegel des Andreas Wechel

Im Leipzig bestand seit 1616 eine Taxischer Postdienst. Jedoch gab es nur ‟Fußboten”, weil, wie der spätere Postmeister Mühlbach behauptete, die Kosten für den Unterhalt von Postpferden nicht gedeckt werden konnten. Um diesem Mangel abzuhelfen versetzte eine Order des Königs Andreas Wechel, der bis dahin im Kurierdienst in Hamburg tätig war, als Postmeister nach Leipzig. Wechel zog sofort alle Correspondenz an sich, was ihm einigen Ärger einbrachte. Er hatte als ‟Königlicher und Churfürstlicher Postmeister” bei der Einrichtung der Postlinien und Einstellung der Postboten die zuständigen Ämter in Stadt und Land um ihre Zustimmung zu bitten. In seiner Zeit bildete sich das Postwesen in Leipzig zu einer Landesanstalt aus.

Hier erarbeitete Andreas Wechel die ‟Königlich Schwedische Post-Ordnung” vom 20. November 1631. Es war dies die erste schwedische Postordnung überhaupt. Gültig allerdings vorerst nur bei der schwedischen Post in Leipzig. In Schweden bestand damals noch keine oberste Postverwaltung. Das Leipziger Postamt galt als das erste Feldpostbüro in Schweden. Das in Hamburg bereits bestehende dagegen als ‟Schwedisches Postamt”.

Axel Oxenstierna hatte 1624 eine ausführliche ‟Post-Ordnung” verfasst, die jedoch nicht verwirklicht werden konnte. 1626 erließ er eine neue ‟Kanzleiordnung”. Aber erst am 20. Februar 1636 gelang es unter der tätigen Mithilfe des Andreas Wechel, von Stockholm aus, ein allgemeines Postwesen einzurichten, das mit einigen notwendigen Anpassungen über 200 Jahre bestand haben sollte und als Geburtsjahr der Schwedischen Reichspost angesehen wird.

Nach dem am 30. Mai 1635 in Prag Frieden und Sachsen sich auf die gegnerische kaiserliche (und katholische) Seite geschlagen hatte, war das schwedische Postamt in Leipzig zu schließen. Nachdem Leipzig 1637 von der schwedischen Besatzung geräumt war, verpachtete Sachsen sein Postwesen.

Axel Oxenstierna war genötigt Andreas Wechel aus Leipzig 1635 abzuziehen und wieder nach Hamburg zu versetzen. Dort bestand seine Aufgabe darin, die Verbindung über Helsingör nach Myrkaryd aufrecht zu erhalten. Später wurde er nach Stockholm beordert, wo er das innerschwedische Postwesen neu organisieren sollte, und zwar nicht nur die Hauptlinie von Hamburg über Dänemark, sondern auch die Postverbindungen mit Finnland und Estland.

Die Oberaufsicht im Postwesen in Hamburg gehörte zu den Aufgaben des schwedischen Diplomaten Johan Adler Salvius, der zehn Jahre später einer der Chefverhandler Schwedens beim Friedenskongreß in Osnabrück werden sollte.

Nach der zweiten Schlacht bei Breitenfeld am 23. Oktober 1642 übernahm Schweden wieder das Postwesen in Leipzig. Sie hätten den amtierenden Postmeister Mühlbach gerne behalten. Dieser aber ging lieber nach Dresden, wo er das Leipziger Postmodel einführte. In Leipzig wurde Daniel Johann Dickpaul schwedischer Postmeister der das Amt, mit Hilfe der Besatzer, bis zum Abzug der Schweden 1650 beherrschte.

Schwedisches Postamt Frankfurt

Im November 1631 zug Gustaf II. Adolf an der Spitze der schwedischen Truppen in Frankfurt am Main ein. Kurz vorher war der dortige Reichspost-Postmeister Gerhard Vrintz, geflohen. Johann von den Brighden, er war von 1615 bis 1628 Postmeister und Organisator der kaiserlichen Reichspost gewesen, und vom Dezember 1631 bis 1635 Königlich Schwedischer Postmeister wurde. Der schwedische König stellte ihm einen Schutzbrief für sich und seine Familie aus. Sofort begann von Brighden mit der Einrichtung neuer Postlinien. Weiter versuchte er die Post, in den von Schweden besetzen Gebieten und den protestantischen Fürsten, zu koordinieren. 1634 schlug er dem Kurfürsten von Sachsen vor, die Vertreter der evangelischen Fürsten in Frankfurt am Main über die Einrichtung des Postwesens zu beraten. Der Reichskanzler unterstützte das Vorhaben, er wollte ‟in conformität und concordánz [Übererinstimmung] in dem Postwesen aller Orter aufgerichtet werden konnte”. Eine Postordnung wurde erarbeitet, kam aber nicht mehr zur Ausführung, da die Schweden 1635 Frankfurt räumten und von Birghden schon bald gezwungen war, seinen Dienst zu quittieren. Er war als Postmeister durch die Herausgabe einer Zeitung hervorgetreten, die die Sache der Protestanten betrieb. Für die Zusammenarbeit mit den Schweden wurde von Brighden zu 6.000 Gulden verurteilt. Seine Ausarbeitung ‟Bericht vom Postwesen” wurde beim Westfälischen Frieden 1684 Grundlage von Beratungen. Über den Inhalt der Schrift ist nichts bekannt.

Schwedisches Postamt Augsburg

Im Frühjahr 1632 überschritt das schwedische Hauptheer die Donau, und, nachdem die kaiserlichen, katholischen Truppen besiegt waren, zog Gustaf II Adolf in Augsburg ein. Der kaiserliche Postmeister, David Frey, floh. An seine Stelle trat Daniel Stenglin von und zu Hunolden als ‟Schwedischer Obrist Postmeister in Augsburg”. Er sollte direkte Verbindungen nach Italien herstellen. Briefe in diese Richtung wurden von David Frey abgefangen und nach Augsburg zurückgeschickt. Daniel Stenglin versuchte weiter eine Verbindung mit Italien über die Schweiz einzurichten. Über den Erfolg seiner Bemühungen ist nichts bekannt geworden. Viel Zeit hatte er nicht. Nach der Schlacht bei Nördlingen im August 1634 verließen die Schweden Augsburg und Frey wurde wieder Postmeister.

Als die schwedischen Postämter in Leipzig, Frankfurt und Augsburg bestanden, war die schwedische Post im protestanischen Deutschland hauptsächlich eine Einrichtung der schwedischen Truppen. Lediglich durch das zweite Postamt in Leipzig wurde in den Jahren 1743-50 auch Privatpost befördert.

Vorpommern und Verden

Durch den Westfälischen Frieden 1648 erhielt Schweden vor allem Vorpommern (mit Stettin und der Odermündung), Rügen, Wismar, das Erzstift Bremen (das bis vor die Tore Hamburgs reichte, die Stadt Bremen aber nicht einschloss) und das Stift Verden zugesprochen.

Schwedisches Posthausschild von_Stralsund
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Schwedisches Posthausschild von_Stralsund

In diesen neuen Gebieten, vor allem aber in Vorpommern, entstanden schwedische Posteinrichtungen. Zentrale des schwedischen Postwesens in Vorpommern war Stralsund, wo auch der Königlich Schwedische Postdirektor seinen Sitz hatte. Es existierte seit etwa 1675 eine Postwagenlinie von Stralsund nach Hamburg, die Briefe, Pakete und Personen beförderte. Schon einige Jahre vorher war eine regelmäßige Postyachtverbindung zwischen Ystad und Stralsund angeordnet worden, die aber erst seit 1683 verkehrte, und zwar zwischen Ystad und dem kleinen Ort Wittow auf der Insel Rügen.

Durch den ‟Westfälischen Frieden” 1648 fiel Stettin an Schweden und so blieb es bis 1720. Wann Stettin einen schwedischen Postmeister erhielt, ist nicht bekannt. 1645 wird gemeldet, das Johann Kuntze als schwedischer Postmeister gestorben ist.

Karl X Gustaf

Schwedischer Schlingenbrief um 1775
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Schwedischer Schlingenbrief um 1775
Schwedisch-Hessen-Kasselsche Postordnung von 1783
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Schwedisch-Hessen-Kasselsche Postordnung von 1783

Nach dem Dreißigjährigen Krieg versuchte Karl X Gustaf als erstes, die Staatsfinanzen zu sanieren. Im Zweiten Nordischen Krieg (1655-56) gelang es ihm, obwohl von der polnische Armee besiegt, endgültig sich den Besitz von Livland mit Riga zu sichern. Im Krieg gegen Dänemark (1657-58) eroberte er große Teile des Nachbarstaates. Schweden erreichte unter seiner Herrschaft seine größte territoriale Ausdehnung.

Während des Krieges gegen Polen hielt sich König Karl X Gustaf einige Zeit in Westpreußen auf. Im Oktober 1656 wurde Friedrich Hillebrand Postmeister in (West-) ‟Preußen”. Er erhielt das Recht weitere Postmeister einzustellen, Pferde und Wagen zu beschaffen und die dazugehörigen Postillione einzustellen. So wurde für Thorn 1657 Salomon Hintze, für Stettin Johann Kuntze erwähnt. Man nutzte die Postrouten je nach Wetterlage, mit Schiffen über die Ostsee oder, im Winter um den Bottnischen Meerbusen herum über Haperanda oder über die Åland-Inseln.

Am 17. Oktober 1713 rückten Preußische Truppen in Stettin ein. Nachdem Preußen die Schweden aus Stralsund und Wismar vertrieben hatten, wurden die schwedischen Postbeamte entlassen.

Karl XII

Schlingenbrief um 1800
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Schlingenbrief um 1800

Das Russische Zarenreich, Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen, griff im März 1700 das Schwedische Reich an. In Schweden regiert Karl XII, der als jung und unerfahren galt. Trotz dieser Übermacht blieb er zunächst siegreich und erreichte, dass Dänemark-Norwegen (1700) und Sachsen-Polen (1706) aus dem Krieg ausschieden. Als er sich 1708 anschickte, Russland in einem letzten Feldzug zu besiegen, erlitten die Schweden in der Schlacht bei Poltawa im Juli 1709 eine verheerende Niederlage, welche die Kriegswende bedeutete. Schweden verlor die meisten seiner Gebiete jenseits der Ostsee und wurde im Wesentlichen auf die Territorien des heutigen Schwedens und Finnlands reduziert. Das Russischen Kaiserreich übernahm den Status als europäische Großmacht.

Die Postversorgung war durch den Verlust eines Teils der schwedischen Flotte 1667, erschwert. Während des Krieges gegen Dänemark hatten zwei Personen den Auftrag in der Feldkanzlei des Königs die Post zu besorgen. Einer von Ihnen war Johann Schmedeman, der spätere Chef der schwedischen Postverwaltung. Seine Aufgabe konnte man als die eines Feldpostmeisters bezeichnen, obwohl er diesen Titel nie führte.

Nach der Schlacht von Poltawa floh der schwedische König in die Türkei. Die Post nach Schweden lief gewöhnlich über Wien und verschiedene Ostseehäfen. Da es schwer war, den Verkehr auf diesen Kursen aufrecht zu erhalten, wurde 1711 eine diplomatischen Postverbindung zwischen Amsterdam und Göteborg, durch Vermittlung von Wiener Kaufleuten hergestellt. Sporadisch bestand diese Verbindung bis 1717.

Weitere Feldpostämter, mit einem Feldpostmeister, gab es 1741-43 im Krieg gegen Russland als schwedische Truppen in Finnland eingesetzt waren.

Feldpost für Mannschaften

Für viele schwedische Militärs gab es keine Postverbindung mit ihren Angehörigen. Der Chef der Feldkanzlei, Carl Piper, versuchte diesem Mangel abzuhelfen. Im Krieg der Schweden gegen Preußen, 1757-64, erschienen die ersten Instruktionen für den Feldpostmeister zur Postversorgung der Wehrpflichtigen.

Während des Krieges gegen Rußland 1808-09 gab es mehrere Feldpostämter, so sollte Briefe, die an Personen in den von den Russen besetzten Gebieten wohnten, an den Statthalter in Stockholm oder an den zuständigen Gouverneur geleitet werden. Von dort sollten sie an den schwedischen Stab in Finnland gehen, der sie zur Front weiterleitete.

Unter König Karl Johann XIV kämpften die schwedischen Truppen gegen Napoleon (1813-14). Die Postbeförderung lief, durch Vermittlung des Lübecker Postdirektors J. A. Grimm, über Schwedisch-Pommern und Stralsund.

Nach den Niederlagen im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) gegen Dänemark, Polen und Russland verlor Schweden die meisten seiner Gebiete jenseits der Ostsee und wurde im wesentlichen auf die Territorien des heutigen Schwedens und Finnlands reduziert. Während der Napoleonischen Kriege musste Schweden Finnland an Russland abtreten. 1814 marschierten schwedische Truppen, mit zwei Feldpostämtern, in Norwegen ein und zwang es in eine Union mit Schweden. Diese Union wurde nach vielen internen Konflikten 1905 friedlich aufgelöst.

Während des Krieges zwischen Dänemark und deutschen Staaten von 1848 wurden schwedische Truppen zum Schutz von Sjælland (Seeland) nach Fyn verlegt. Später, während des Waffenstillstands, wurden sowohl schwedische als auch norwegische Truppen 1849-50 in Schleswig stationiert. In Beiden Fällen gab es Feldpostanstalten.

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